Ein Balkendiagramm zeigt die Ergebnisse einer Umfrage zu Maßnahmen, die Länder und Kommunen ergreifen sollten, um der Immobilienbranche Antrieb zu verleihen. Die Harmonisierung der Landesbauordnungen mit der Musterbauordnung ist die am meisten gewählte Option.
Quelle: Berlin Hyp AG

Standorte & Märkte 2025-01-09T09:32:21.170Z Immobilienwirtschaft gespannt auf Neuwahlen

Trendbarometer: Eine neue Regierung könnte den Neustart für die Immobilienbranche bringen. Politik, Baukosten und Zinsen sind die prägenden Themen.

Das Jahr 2025 bringt große Herausforderungen für Deutschland, seine Wirtschaft und insbesondere die Immobilienbranche. Die aktuelle Trendbarometer-Umfrage der Berlin Hyp beleuchtet die entscheidenden Themen des kommenden Jahres:

  • Politik, Baukosten und Zinsniveau werden die zentralen Themen
  • Neue Bundesregierung soll Bürokratie abbauen und mehr Investitionen tätigen
  • Finanzierungsbereitschaft der Banken könnte steigen

Mit wirtschaftlicher Stagnation, knappen öffentlichen Kassen und anstehenden Neuwahlen gleicht die Lage Deutschlands einem Balanceakt. Die Immobilienbranche kämpft dabei insbesondere mit überbordender Bürokratie und hohen Baukosten.

Die Berlin Hyp hat rund 300 Immobilienexperten nach ihren Erwartungen für 2025 befragt. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Zeit des politischen Stillstands endlich ein Ende finden muss. Die Immobilienwirtschaft erwartet von der Politik im neuen Jahr mehr Entschlossenheit und mehr Verlässlichkeit“, erklärt Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp. Ganz oben auf der Agenda der Branche stehen der Abbau bürokratischer Hürden sowie bessere Rahmenbedingungen für Neubau und Sanierung.

„Was wird das wichtigste Thema für die Immobilienwirtschaft im Jahr 2025?“, lautete die Einstiegsfrage. 67 Prozent der Befragten werten Politische Rahmenbedingungen als entscheidenden Faktor für Wohl und Wehe der Branche. Es folgen die immer noch zu hohen Baukosten mit 59 Prozent und das weiterhin tendenziell sinkende Zinsniveau mit 53 Prozent.

Diese Einschätzung findet sich auch bei den Resultaten zur Anschlussfrage „Was kann dem Immobiliensektor im neuen Jahr helfen?“ wieder. Die Option Bundespolitischer Neustart kommt auf 53 Prozent. Auch die Spitzenantwort Verbesserte Rahmenbedingungen für Neubaumaßnahmen (71 Prozent) sowie die dritthäufigste Antwort Sanierungserleichterungen (52 Prozent) zahlen auf die Erwartungen an die Politik ein. Der Antwortvorschlag Weitere Zinssenkungen findet mit 47 Prozent ebenfalls einige Befürworter. Nur neun Prozent setzen dagegen auf ein Comeback der Assetklasse Büro – vermutlich vor dem Hintergrund der schwächelnden deutschen Wirtschaft.

Konkret gefragt, „Was wünschen Sie sich von einer neuen Bundesregierung, um die deutsche Wirtschaft anzukurbeln?“, steht der Bürokratieabbau mit 79 Prozent unangefochten auf Platz eins. Ebenso dringend benötigt wird in den Augen der Befragten der Punkt Investitionen fördern mit 47 Prozent. Die viel diskutierte Schuldenbremse reformieren wollen aber nur 26 Prozent. Als wichtiger erachtet werden Niedrigere Energiepreise mit 39 Prozent und die Stärkung des heimischen Produktionsstandortes mit 37 Prozent. Steuersenkungen für Unternehmen erhalten jedoch im Kontrast dazu nur 13 Prozent Zustimmung.

Neben dem Bund haben aber auch die Länder und Kommunen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Immobilienwirtschaft. „Was müssen Länder und Kommunen tun, um der Immobilienbranche Antrieb zu verleihen?“, fragte daher die Berlin Hyp. Die verschiedenen Landesbauordnungen noch stärker mit Musterbauordnung harmonisieren sagten 56 Prozent, gefolgt von Kommunale Auflagen hinsichtlich Nachverdichtung und Nachnutzung verringern mit 55 Prozent. Beides könnte für mehr dringend benötigten Wohnraum sorgen. Die Grunderwerbssteuer senken wollen 30 Prozent.

Positive Entwicklung bei Investitionen und Finanzierung

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt die Umfrage eine vorsichtige Aufhellung der Stimmung. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist gestiegen: 21 Prozent bewerten diese als „hoch“ – ein Anstieg gegenüber 16 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig ist der Anteil der Befragten, die von einer eingeschränkten Investitionsbereitschaft ausgehen, von 36 Prozent auf 24 Prozent gesunken.

Auch die Finanzierungsbereitschaft der Banken wird optimistischer eingeschätzt. 42 Prozent der Befragten erwarten eine gleichbleibende Finanzierungslage – ein deutlicher Zuwachs gegenüber neun Prozent Ende 2023. 26 Prozent prognostizieren sogar eine steigende Bereitschaft, während der Anteil derer, die von einer eingeschränkten Finanzierung ausgehen, deutlich gesunken ist.

zuletzt editiert am 10. Januar 2025
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