Luftaufnahme einer Biogasanlage mit mehreren runden Gärbehältern (Fermentern) und angrenzenden Betriebsgebäuden, im warmen Licht des Sonnenaufgangs; gelbe Behältersockel, leicht frostbedeckter Boden und sichtbare Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energie.
Biomethan kann zu einer tragenden Säule der Energiewende werden.  (Quelle: Peter Eichler)

Energie 2026-06-25T06:44:06.494Z Taskforce fordert Biomethan-Strategie für Deutschland

Die Biomethan Taskforce fordert klare Ausbauziele und verlässliche Rahmenbedingungen für den Hochlauf von Biomethan.

Die Biomethan Taskforce fordert eine nationale Strategie für den Ausbau von Biomethan in Deutschland. In einem aktuellen Positionspapier spricht sich die Initiative für klare Ausbauziele, langfristige Investitionssicherheit und stabile Absatzmärkte aus.

Nach Ansicht der Taskforce kann Biomethan künftig eine wichtige Rolle bei der Defossilisierung von Gebäuden, Industrie, Kraftwerken und dem Schwerlastverkehr übernehmen. Dafür seien jedoch regulatorische Anpassungen notwendig. Handlungsbedarf sieht die Initiative insbesondere beim Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz. Bengt Bergt, Sprecher der Biomethan Taskforce, sagt: „Gerade in der frühen Phase des Markthochlaufes braucht Biomethan klare Regeln, verlässliche Infrastrukturperspektiven und ein ambitioniertes Ausbauziel.“

Forderungen zu Netzen und Förderbedingungen

Im Zusammenhang mit der Umsetzung des EU-Gasbinnenmarktpakets fordert die Initiative unter anderem Amortisationsfristen von 20 Jahren für den Anschluss von Biomethananlagen sowie Regelungen zum Erhalt bestehender Infrastruktur. Zudem wird ein Transformations- und Ausgleichsmechanismus für Netzbetreiber vorgeschlagen.

Auch bei der Förderung erneuerbarer Energien sieht die Taskforce Anpassungsbedarf. Gefordert werden höhere Ausschreibungsvolumina und verbesserte Flexibilitätszuschläge für Biomethan. Ziel sei es, zusätzliche Investitionen in Erzeugungsanlagen, Infrastruktur und flexible Kraftwerkskapazitäten anzureizen.

„Um Biomethan zu stärken, müssen wir Investitionssicherheit für Anlagenbetreiber und faire Transformationsbedingungen für Netzbetreiber zusammendenken. Nur so kann klimaneutrale Gasinfrastruktur erhalten und der Hochlauf erneuerbarer Moleküle beschleunigt werden“, so Bergt.

Rolle im Gebäudesektor und Verkehr

Für den Gebäudesektor fordert die Taskforce, Biomethan im geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz als gleichwertige Dekarbonisierungsoption neben Wärmepumpen und Fernwärme zu berücksichtigen. Zusätzlich spricht sich die Initiative für die Einführung einer Grüngasquote aus, um langfristig Nachfrage nach erneuerbaren Gasen zu schaffen.

Das Positionspapier verweist auf ein deutliches Ausbaupotenzial. Die heimische Produktionskapazität könne von derzeit rund 10 Terawattstunden auf bis zu 331 Terawattstunden im Jahr 2045 steigen.

Auch im Verkehrssektor sieht die Taskforce Einsatzmöglichkeiten. Flüssiges und verdichtetes Biomethan in Form von Bio-LNG und Bio-CNG könne insbesondere im Schwerlastverkehr zur Emissionsminderung beitragen. Dafür fordert die Initiative unter anderem steuerliche Anreize und eine vollständige Anrechnung auf CO₂-Flottengrenzwerte.

„Bei einem stringenten Markthochlauf sind zusätzliche Mengen zügig verfügbar. Bestehende Infrastruktur erhält eine Zukunftsperspektive und Wasserstoff wird sinnvoll ergänzt. Die Jahre bis 2030 entscheiden darüber, ob dieses Potenzial in Deutschland gehoben werden kann oder ob es durch fehlende Planungssicherheit ungenutzt bleibt“, so Bergt.

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zuletzt editiert am 25. Juni 2026
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