
2026-01-21T08:22:52.314Z Infrastruktur ist die neue Immobilie
Wer über die Hallen der Expo Real 2025 gelaufen ist, konnte ein neues Phänomen beobachten: Fast jeder spricht plötzlich über das diffuse und doch so umfassende Themenfeld Infrastruktur. Von Nikolas Samios
Wo früher ESG, CO₂ oder Zinskurven dominierten, tauchten auf der vergangenen Expo Real in München plötzlich Worte wie Netzausbau, Datenzentren, Wärmespeicher oder Resilienz in den Gesprächen auf. Die Branche hat einen neuen Sehnsuchtsort entdeckt: Infra ist das Schlagwort der Stunde. Doch was genau steckt dahinter? Und warum beschäftigt das Thema plötzlich eine Branche, die sich traditionell mit Quadratmetern, Mieten und Flächen beschäftigt?
Infrastruktur im zweiten Frühling
Frei nach dem amerikanischen Poeten Walt Whitman: Infrastructure is large. Infrastructure contains multitudes. Sie ist das Rückgrat moderner Volkswirtschaften, also all jene Systeme, die Mobilität, Versorgung und Kommunikation überhaupt erst ermöglichen. Dazu gehören Straßen und Brücken ebenso wie Strom- und Wärmenetze, Datenleitungen, Wasserinfrastruktur, Logistik- und Kommunikationsnetze.
Laut McKinsey müssten jährlich rund 3,7 Billionen US-Dollar in Infrastruktur investiert werden, um den globalen Bedarf zu decken. Auch Europa hinkt hinterher: Alternde Brücken, sanierungsbedürftige Wasser- und Stromnetze, Engpässe bei Transformatoren und Leitungen. Selbst der flächendeckende Ausbau von Glasfaser oder Ladeinfrastruktur bleibt vielerorts ein Lippenbekenntnis.
Diese Defizite sind eine Herausforderung – aber auch eine gigantische Investitionschance. Denn überall dort, wo Infrastruktur modernisiert, digitalisiert oder klimafit gemacht werden muss, entstehen...
Weiterlesen mit einem immobilienmanager Magazin Abo.
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen
Sie haben Ihre Zugangsdaten vergessen? Hier Zugangsdaten anfordern.