Porträtfoto von Katharina von Schacky  von Wework (Quelle: Wework)
Katharina von Schacky (Quelle: Wework)

Unternehmen & Köpfe

08. November 2021 | Teilen auf:

„Sonst wird sich gar nichts ändern“

Katharina von Schacky liebt es international zu arbeiten. Sie hat Milliarden schwere Portfolios gesteuert und möchte nun bei Wework die gute alte Büroimmobilie in die neue Zeit überführen. Ein gratis imPlus-Beitrag zum Probelesen. Von Markus Gerharz

Gestern ein Treffen in Amsterdam, heute eines in Berlin und morgen stehen Termine in Brüssel an. Katharina von Schacky ist viel unterwegs – das gehört zu ihrem Job. Als Head of Real Estate Strategy Northern Europe bei Wework soll sie die strategischen Beziehungen zu relevanten Geschäftspartnern ausbauen und dem Co-Working-Spezialisten zu Wachstum in der Region verhelfen.

Aufgewachsen ist sie in England, wo sie viereinhalb Jahre lang als Immobilienanwältin in der City arbeitete. Hard Business, wie man sich das so vorstellt: Verhandlungen bei großen Deals bis tief in die Nacht. „Immobilien haben mich immer begeistert. Aber ich wollte nicht nur begleitender Dienstleister sein. Ich habe schnell gemerkt, dass ich etwas voranbringen möchte.“

Büroimmobilien neu denken

Also startete Katharina von Schacky ihre Laufbahn in der Immobilienbranche. Sie leitete bei DTZ das Asset-Management und stieg auf bis ins Executive Committee. Bei Unibail Rodamco Westfield baute sie das Drittgeschäft in Deutschland aus, und schließlich war sie bei Commerz Real für knapp ein Drittel der Assets des 14 Milliarden Euro starken Flaggschiff-Fonds Hausinvest verantwortlich. Wegbegleiter aus dieser Zeit beschreiben sie als äußerst klugen Kopf, der Menschen für sich gewinnen und führen kann und gleichzeitig tough und erfolgreich verhandelt.

Wenn man mit Katharina von Schacky spricht, geht es natürlich auch um die Zukunft der Arbeits- und Bürowelt. „Die tradierten Umfelder und Vorstellungen von Büroimmobilien brechen gerade auf“, sagt sie und sieht das eigene Unternehmen nicht nur als Vorreiter, sondern auch in der Pflicht. „Wir müssen zeigen, was möglich ist, wie man Büros neu denken kann und was dieser Wandel für Unternehmen und Mitarbeiter bedeutet. Sonst wird sich gar nichts ändern.“ Ihre Begeisterung für das Thema und der Wille, Veränderungen in der Branche voranzubringen, haben sie in diesem Jahr an die Spitze der Innovatorinnen im Ranking der Top-25-Entscheiderinnen der Immobilienwirtschaft gebracht.

Sie will das antiquierte Denken in Quadratmeter pro Mitarbeiter aufbrechen und hin zu der Frage: Welche Funktionen haben Büroräume für die Nutzer und welche Bedürfnisse müssen erfüllt werden, damit Mitarbeiter das bestmögliche Ergebnis für ihr Unternehmen erzielen können? Und weil man heute nicht wissen kann, wie jedes einzelne Unternehmen diese Frage in fünf oder zehn Jahren beantwortet, sei Flexibilität so wichtig.

Mutig sein in schwierigen Zeiten

Dafür muss sich auch Wework fortlaufend verändern, flexibel sein und neue Lösungen schaffen. So wie im vergangenen Jahr in New York. Mitten in der Pandemie brach das Unternehmen sein Membership-Konzept auf – arbeiten auf Wework-Flächen konnte von da an jeder und jede auch on demand für einzelne Stunden. „Wir sollten den Mut haben, immer wieder neu zu denken und auch in den schlimmsten Zeiten Dinge ausprobieren.“

Diesen Mut musste Katharina von Schacky auch selbst beweisen. Schließlich wechselte sie ausgerechnet im Januar 2020 zum Co-Working-Konzern – zu einer Zeit, als Corona sich gerade zu einer weltweiten Pandemie aufschwang. Die bis dahin glänzende Wework-Story hatte zudem ohnehin erste Kratzer bekommen: Erst musste der Börsengang abgesagt werden, dann trat Gründer Adam Neumann von seinem CEO-Posten zurück.

Trotzdem sagt sie im Rückblick: „Es war der perfekte Einstiegszeitpunkt, um mit dem neuen Führungsteam und der neuen strategische Ausrichtung das Unternehmen in naher Zukunft zur Profitabilität zu führen und dann aufgrund der starken Nachfrage beim weiteren Wachstum zu unterstützen.“ Und es scheint tatsächlich, als wäre sie genau zur richtigen Zeit im richtigen Job. Denn das Produkt Büroimmobilie beginnt sich massiv zu verändern, und genau wie sie sich das gewünscht hat, gestaltet sie diesen Wandel mit.

Ein Beitrag von Markus Gerharz, erschienen in der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins.

Katharina von Schacky im Ranking der Top-25-Entscheiderinnen

zuletzt editiert am 08.11.2021