Drohnenaufnahme eines großen Industriekomplexes mit weitläufigen Produktionshallen, flachen Dächern und markanten Backsteinfassaden. Zu sehen sind Parkplatzflächen, Zufahrtsstraßen, mehrere Schornsteine und angrenzende Grünflächen. Das Bild zeigt die Infrastruktur eines Werksgeländes aus der Vogelperspektive bei klarem Tageslicht.
Der neue Siemens-Standort in Offenbach. (Quelle: Knight Frank Industrial)

Infrastruktur 2026-07-02T06:30:57.308Z Siemens investiert 300 Millionen Euro in Rhein-Main

Siemens baut seine Produktion in Frankfurt und Offenbach aus. Bis 2030 sollen 700 neue Arbeitsplätze entstehen.

Siemens investiert 300 Millionen Euro in den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten im Rhein-Main-Gebiet. Das Unternehmen erweitert seine bestehenden Werke in Frankfurt am Main und errichtet zusätzlich ein neues Zulieferwerk in Offenbach. Die Baumaßnahmen starten im Juli 2026, bis 2030 sollen insgesamt 700 neue Arbeitsplätze entstehen.

Mit der Investition reagiert Siemens auf die weltweit steigende Nachfrage nach Energieverteilungssystemen für Rechenzentren, Elektromobilität und industrielle Anwendungen. Vor allem der Ausbau von KI-Rechenzentren treibt den Bedarf an elektrischen Schaltanlagen.

Neues Werk entsteht in Offenbach

Für den neuen Standort hat Siemens langfristig rund 41.000 Quadratmeter Nutzfläche an der Mühlheimer Straße 341 in Offenbach angemietet. Dort soll ein Zulieferwerk für elektrische Schaltanlagen entstehen. Die Produktion soll im Frühjahr 2027 anlaufen.

Bei der Standortsuche und Anmietung wurde Siemens Real Estate von Knight Frank Industrial beraten. Nach Angaben des Maklerhauses wurde die Transaktion off-market vermittelt. Eigentümer der Immobilie ist die CPVA GmbH. „Der Vertragsabschluss in dieser Größenordnung ist ein spektakuläres Signal sowohl für den Produktionsstandort Deutschland als auch für den Immobilienmarkt“, kommentiert Amram Malka, Team Leader Industrial bei Knight Frank Industrial.

Frankfurt bleibt Zentrum der Schaltanlagenproduktion

Parallel dazu baut Siemens seine bestehenden Werke in Frankfurt weiter aus. Bis Oktober 2027 soll dort eine zusätzliche Produktionshalle entstehen. Künftig werden Teile der Vorfertigung nach Offenbach verlagert, während die Endfertigung weiterhin in Frankfurt erfolgt.

Am Standort Frankfurt produziert Siemens seit mehr als 40 Jahren elektrische Schaltanlagen für Industrieanlagen, Fabriken und Rechenzentren. Das Werk beschäftigt derzeit rund 2.800 Mitarbeiter in Produktion, Forschung und Entwicklung. Peter Körte, CEO von Siemens Smart Infrastructure, sagt: „Die nächste Generation von Rechenzentren entsteht gerade. KI-Fabriken, die nur eines produzieren: Intelligenz. Industrielle Großanlagen mit einem riesigen Strombedarf.“

Rekordnachfrage aus dem Rechenzentrumsmarkt

Wie stark die Nachfrage nach entsprechender Infrastruktur wächst, zeigen auch die Geschäftszahlen von Siemens Smart Infrastructure. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte das Geschäft mit Rechenzentren einen Rekord-Auftragswert von 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz in diesem Segment stieg im ersten Halbjahr um mehr als 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Mit dem Ausbau in Frankfurt und Offenbach setzt Siemens zugleich ein weiteres Signal für den Industriestandort Deutschland. Das Unternehmen bezeichnet die Investition als Teil seines Bekenntnisses zur Initiative „Made for Germany“.

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zuletzt editiert am 02. Juli 2026
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