Stern und Schriftzug Real Estate Social Impact Investing Award 2022
Quelle: ICG

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2. December 2022 | Teilen auf:

SII-Award 2022: Das sind die Gewinner

Das Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG) hat in Kooperation mit dem Immobilien Manager Verlag erstmals auf dem Corporate Responsibility Day in Berlin den Real Estate Social Impact Investing Award vergeben.

Die Gewinner der Auszeichnung „Real Estate Social Impact Investing Award 2022“ (SII-Award), die gestern (1. Dezember 2022) erstmals im Rahmen des Corporate Responsibility Day im Berliner Hotel Oderberger vergeben wurde, heißen: Kreativ Quartier Potsdam (Kategorie Projekte in Planung), Villa Viva Hamburg (Kategorie Projekte in Entwicklung) und Hoffnungshaus Konstanz (Kategorie Realisierte Projekte). Inititator des Preises ist das Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG) in Kooperation mit dem Immobilien Manager Verlag.

Zudem wurden drei Sonderpreise vergeben. Sie gehen an: Modernisierung der Außenanlagen im Märkischen Viertel (Berlin), Neues Amt Altona (Hamburg) und Sanierung der ehemaligen Jusitzvollzugsanstalt Erfurt zu einem Bürogebäude mit Gedenkstätte.

"Die ersten Leuchttürme"

Das Social Impact Investing, also das wirkungsorientierte Investieren, ist eine neue, innovative Bewegung in der deutschen Immobilienwirtschaft, die bei Anlageentscheidungen nicht nur die Rendite bewertet, sondern auch die Wirkung, die ein Investment auf die Menschen und die Umwelt ausübt. Neben die Kaufmannsrendite treten demnach die ökologische und soziale Rendite als gleich wichtige Zielgrößen.

„Alle Beiträge zum Social Impact Investing zeigen die  Attraktivität von sozialer Aktion“, erläutert Susanne Eickermann-Riepe, Vorstandsvorsitzende des ICG. „Mein Dank geht insbesondere an die Jury, die im Kontext neuer Impact-Kriterien die Verantwortung für die Auswahl übernommen haben.“ Werner Knips, Gründer der Social Impact Investing-Initiative sowie Initiator und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ICG, ergänzt: „Wir sind begeistert von der großen Anzahl qualifizierter Bewerbungen. Die Gewinner sind die ersten Leuchttürme, die dieser Art des neuen sozialen und ökologischen Investierens ein Gesicht geben.“

Wertvoller Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Eine 19-köpfige Experten-Jury hatte aus dem Feld der 39 Bewerber 15 Projekte in drei Kategorien sowie drei Sonderpreise nominiert. Bewerben konnten sich Immobilienprojekte in Planung, in Entwicklung befindliche sowie bereits umgesetzte Projekte. Die Kriterien  für die Bewertung basieren auf der im Februar dieses Jahres veröffentlichten Sozial-Taxonomie. Das sich daraus ergebende Bewertungs-Template wurde maßgeblich von den Vorsitzenden der Jury, Prof. Dr. Kerstin Hennig (Professorin für Real Estate EBS Universität für Wirtschaft und Recht und Leiterin EBS Real Estate Management Institut, REMI) und Dr. Andreas Rickert (Vorstand Phineo gAG) erarbeitet.

„Ich war sehr positiv überrascht nicht nur über die Vielzahl der Bewerbungen, sondern insbesondere über die Diversität und Qualität“, kommentiert Kerstin Hennig. „Es begeistert zu sehen, wieviel zum Thema Social Impact gedacht und bereits umgesetzt wird. Meine Gratulation den Preisträgern – sehr verdient!“ Andreas Rickert ergänzt: „Die mit Sonderpreisen ausgezeichneten Projekte schaffen Räume für Begegnungen, führen Menschen zusammen, verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So schaffen sie einen wertvollen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.“

Übersicht Preisträger (in alphabetischer Reihenfolge in den Kategorien)

Projekte in Planung:

  • Cube B8 (Düsseldorf, Cube Real Estate GmbH): Auf dem Grundstück des heutigen B8 Centers soll zukünftig ein neues, lebendiges Quartier entstehen, mit dem Ziel, das Lebensgefühl des Stadtteils Flingern-Süd aufzugreifen.
  • Kreativ Quartier Potsdam (Assiduus³ Development GmbH): Entwickelt wird das KQ als ein nutzungsdurchmischtes, energieeffizientes und öffentlich zugängliches Neubauquartier mit Flächen für die kreativwirtschaftliche Nutzung, für Büro, Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie. Für die Projektentwicklung wird ein ganzheitlicher ESG-Impact-Ansatz verfolgt, mit dem die Wertstabilität des Objektes sichergestellt wird.
  • KTM (Kunst trifft Mensch) 71 (Düsseldorf, The Colony – New Urban Living – Holding GmbH): Ziel ist es, eine Begegnungsstätte für Menschen, unterschiedlicher Herkunft und Zugehörigkeit zu schaffen und flexibel nutzbare Räume und Angebote zum Arbeiten, Experimentieren, Schlafen, Wohnen, Leben, Essen, Spaß haben, Feiern, für den Austausch und die Selbstverwirklichung zu schaffen – ökologisch, nachhaltig, offen und integrativ.

Projekte in Entwicklung:

  • Medzentrum Kirtorfer Höfe (Kirtorf, IWG Holding AG): Neubau eines Medzentrum Ärzte- und Gesundheitszentrum bestehend aus: Neubau von zwei Sozialimmobilien mit Arztpraxen und Gesundheitsdienstleistern, zwei Wohn- und Geschäftshäusern mit Gesundheitsdienstleistern und Wohnungen sowie Sanierung von drei Wohn- und Geschäftshäusern mit Gesundheitsdienstleistern, Wohnungen, Co-Working.
  • Villa Viva (Hamburg, Villa Viva Holding GmbH): Die Integration von internationalen Künstlern, Influencern und anderen Persönlichkeiten wird bei der Gestaltung verschiedener Bereiche wie Artrooms oder Außenfassade, Rooftop Bar, Zauberkiosk und öffentlichem Raum konsequent integriert.
  • Westwinkel Fürth (Evangelisches Siedlungswerk): Durch flächen- und grundrisseffiziente Wohnungen für Familien, verschiedenste Wohnungstypen von der kleinen zwei-Zimmer- bis zur großzügigen fünf-Zimmer- Maisonettewohnung und einem hohen Anteil barrierearmer und -freier Mietwohnungen entsteht ein alters- und lebensphasengemischtes Quartier, das insgesamt rund 600 Menschen ein Zuhause bietet.

Bereits umgesetzte Projekte:

  • Hoffnungshaus (Konstanz, Hoffnungsträger Stiftung): An jedem Ort sind die Hoffnungsträger durch eine Standortleitung vertreten, die ebenfalls in einem der Hoffnungshäuser lebt und das gemeinsame Zusammenleben in der Bewohnerschaft und im Quartier, in Kooperation mit der Kommune und in enger Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Ehrenamtlichen aus Arbeitskreisen und Kirchengemeinden verantwortlich gestaltet.
  • Offene Schule Köln (Next Generation Invest AG): Mit dem Neubau stehen der Schule nun 11.300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, davon 300 Quadratmeter für eine neu geschaffene Jugendeinrichtung. Bis zum Abitur sind alle Schulabschlüsse möglich, wobei 25 Prozent der Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben.
  • Wohnquartier „guter Freund“ (Aachen, Landmarken AG): Das Quartier ist im besten Wortsinn ein „guter Freund“ für seine Bewohner und die Stadt, weil mit seiner Realisierung die verlassene und vernachlässigte Brachfläche eines ehemaligen Militärdepots in preiswerte, schöne Wohnungen in guter Qualität und integrierter Lage umgewandelt wurde.

Sonderpreise

Projekt in Planung: Neues Amt Altona (Hamburg, Neues Amt Altona eG): Mit dem sich in Planung befindlichen genossenschaftlichen Bauprojekt Neues Amt Altona werden der nachbarschaftliche Coworking Space in einem Holz-Neubau(Eröffnung Mitte 2024) mit dem Erhalt eines etablierten Kreativstandorts (Altes Finanzamt Altona)verbunden. Darüber hinaus wird im Erdgeschoss ein öffentlicher Begegnungsort etabliert. Mit einer begehbaren Grünfassade, einem Dachgarten und einem begrünten Innenhof wird zudem ein ökologischer Mehrwert für das Quartier geschaffen.

Projekt in Entwicklung: Modernisierung der Außenanlagen im Märkischen Viertel (Berlin, Gesobau AG): Zwischen 2008 und 2015 modernisierte die Gesobau das Märkische Viertel im Norden Berlins zu Deutschlands größter Niedrigenergiesiedlung. Zwischen 2020 und 2023 setzt die Gesobau eine umfangreiche Modernisierung und Aufwertung der Außenanlagen im Märkischen Viertel um. Zentrales Ziel der Maßnahmen ist es, für heutige und zukünftige Bewohner einen lebenswerten, nachhaltigen Außenraum zu schaffen und dabei die Weitläufig- und Großzügigkeit im Quartier zu erhalten.

Bereits umgesetztes Projekt: Sanierung der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Erfurt zu einem Bürogebäude mit Gedenkstätte (OFB Projektentwicklung GmbH): Die seit 2011/2012 fertiggestellte Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße weist mehrere Besonderheiten auf, die sie zu einem in den neuen Ländern einzigartigen Gedenk- und Lernort machen. Es ist ein Ort der doppelten Erinnerung: an die Opfer der SED-Diktatur in MfS-Haft und an die mutigen Frauen und Männer, die dort die erste Besetzung einer Stasi-Zentrale in der DDR wagten. In dieser doppelten Authentizität des Ortes lag der besondere Reiz, eine Gedenkstätte zu entwickeln, die über den Charakter einer reinen Haft-Gedenkstätte hinausgeht, weil sie aufgrund der baulichen authentischen Substanz und dem historischen Hintergrund, das Potential für eine Gedenk- und Bildungsstätte neuen Typs aufweisen.

zuletzt editiert am 05.12.2022