Die RICS hat ihr Leistungsverzeichnis für das Asset Management überarbeitet. 20 Module regeln Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Vergütung.
Die RICS Deutschland hat ihr „Leistungsverzeichnis Asset Management“ überarbeitet und in dritter aktualisierter Fassung veröffentlicht. Die von der Professional Group Asset Management (PGAM) erstellte Publikation berücksichtigt insbesondere die gestiegenen Anforderungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Regulierung. Sie soll Auftraggebern und Asset Managern als Grundlage für die Definition, Beauftragung und Vergütung von Leistungen dienen.
Das erstmals 2012 veröffentlichte Leistungsverzeichnis strukturiert das Aufgabenspektrum des Real Estate Asset Managements in insgesamt 20 Module. Davon bilden zehn Basismodule das originäre Leistungsbild ab. Dazu zählen unter anderem Strategie, Businessplan und Budget, Controlling, Reporting, Daten- und Dokumentenmanagement sowie Vermietung.
Ergänzungsmodule umfassen beispielsweise Ankauf, Finanzierung, Risiko- und Compliance-Management, Baumanagement, Refurbishment, Objektbewertung und Verkauf. Innerhalb der Module unterscheidet die RICS zwischen Grund- und Zusatzleistungen sowie zwischen Asset- und Portfolioebene. Die Struktur soll insbesondere die Abgrenzung zu angrenzenden Disziplinen wie Property und Facility Management erleichtern.
Darüber hinaus enthält das Leistungsverzeichnis Empfehlungen zu unterschiedlichen Vergütungsmodellen und empirische Informationen zu marktüblichen Vergütungsspannen. Ergänzende rechtliche Hinweise sollen bei Ausschreibungen, Vertragsverhandlungen und der Gestaltung von Asset-Management-Verträgen unterstützen.
ESG und Digitalisierung stärker integriert
Eine wesentliche Änderung betrifft den Umgang mit Nachhaltigkeitsanforderungen. Die RICS verzichtet auf ein eigenständiges ESG-Modul und integriert entsprechende Aufgaben stattdessen in die bestehenden Leistungsbereiche. Bereits im Modul Strategie werden Nachhaltigkeitsaspekte auf Investment-, Portfolio- und Objektebene berücksichtigt. Damit trägt die Neuauflage dem Einfluss von ESG-Anforderungen auf Investitionsentscheidungen, Businesspläne und die Bewirtschaftung von Immobilien Rechnung.
Auch die Digitalisierung erhält einen höheren Stellenwert. Neben dem Daten- und Dokumentenmanagement behandelt die Publikation digitale Prozesse, Datenqualität und -sicherheit sowie die Organisation von Zugriffsrechten und Verantwortlichkeiten.
Alexander Lickfett, Leiter der PGAM und Geschäftsführer der SPACT GmbH, sieht insbesondere beim Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) Handlungsbedarf: „Auch KI wird die Arbeitsorganisation im Asset Management verändern. Voraussetzung dafür sind jedoch belastbare Daten, klar definierte Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten.“
Sandy Bierwirth-Zeussel MRICS, stellvertretende Leiterin der PGAM und Geschäftsführerin bei RMC Risk Management Consulting, betont abschließend: „Unser Anspruch war nicht, einen starren Standardvertrag oder eine abschließende Checkliste vorzulegen. Das Leistungsverzeichnis soll vielmehr eine gemeinsame Sprache zwischen Auftraggebern und Asset Managern schaffen. Je klarer Leistungen, Schnittstellen, Verantwortlichkeiten und Vergütung definiert sind, desto besser lassen sich Erwartungen abgleichen und Leistungen auch qualitativ beurteilen.“
Das aktualisierte Leistungsverzeichnis steht online zum Download zur Verfügung.
