Porträt Christoph Gröner
Christoph Gröner und sein Unternehmen stehen im Zentrum staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. (Quelle: Bart Spencer / Gröner Group)

Unternehmen & Köpfe 2024-12-11T08:36:40.348Z Durchsuchungen bei Gröner Group: Insolvenzermittlungen laufen

Die Polizei hat Büros und Wohnungen der Gröner Group durchsucht. Es geht um Insolvenzverschleppung und die Veruntreuung von Arbeitsentgelt.

In Leipzig sind am Mittwoch, 11. Dezember, Geschäftsräume und Privatwohnungen von Verantwortlichen der Gröner Group durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und der Veruntreuung von Arbeitsentgelt. Auch mögliche Unregelmäßigkeiten bei Sozialversicherungsbeiträgen stehen im Fokus der Ermittlungen.

Der Projektentwickler hatte Anfang November 2024 Insolvenz angemeldet. Als Insolvenzverwalter ist der Berliner Jurist Philipp Hackländer von der Kanzlei White & Case bestellt worden. Den Ermittlern zufolge soll die Gröner Group Sozialversicherungsbeiträge der Mitarbeiter nicht fristgerecht an die Krankenkassen abgeführt haben. Die Maßnahmen sollen darauf abzielen, Geschäfts- und Buchhaltungsunterlagen sicherzustellen, die den Zeitpunkt einer möglichen Zahlungsunfähigkeit klären können.

Die Durchsuchungen, die bereits im August 2024 eingeleitet wurden, betreffen mehrere Gesellschaften der Unternehmensgruppe sowie Standorte in Leipzig und darüber hinaus. Ein Dutzend Polizeifahrzeuge waren vor Ort, um Beweismaterial zu sichern.

Die Gröner Group war in der Vergangenheit durch zahlreiche Immobilienprojekte bekannt, darunter das „Carré Charlotte“ in Berlin und die „Bleichert-Werke“ in Leipzig. Zudem gibt es Hinweise, dass hohe Forderungen eines Risikokapitalgebers zur angespannten Finanzlage beigetragen haben könnten.

Die Ermittler prüfen weiterhin, ob das Unternehmen trotz Zahlungsunfähigkeit seinen Geschäftsbetrieb aufrechterhalten hat. Handwerksbetriebe aus Leipzig, Merseburg und anderen Regionen warten Berichten zufolge noch immer auf ihre offenen Zahlungen. Eine abschließende Bewertung der gesicherten Unterlagen und Daten wird laut Staatsanwaltschaft einige Zeit in Anspruch nehmen. Zu den Beschuldigten und dem weiteren Stand der Ermittlungen wurden keine weiteren Angaben gemacht.

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zuletzt editiert am 12. Dezember 2024
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