Bürohaus mit vielen Balkonen
Das Projekt Hammerschmidt in Dornach bei München wird Euroboden trotz seiner Probleme fertigstellen. (Quelle: Dominik Gigler)

Unternehmen & Köpfe 2023-07-24T09:07:53.215Z Projektentwickler mit Geldsorgen

Euroboden will Anleihenzinsen senken, keine weiteren Projekte selbst umsetzen und Grundstücke verkaufen.

Der Wohnentwickler Euroboden GmbH aus Grünwald bei München plant die Verlängerung der beiden laufenden Unternehmensanleihen um drei Jahre sowie eine Zinsreduzierung von 5,5 auf 2,5 Prozent ab den nächsten Zinsperioden. Als Gründe werden die anhaltende Krise am Immobilienmarkt genannt und deutliche Verluste im ersten Halbjahr 2022/23.

Das Restrukturierungskonzept sieht vor, dass das Unternehmen in Zukunft keine weiteren Projekte selbst baulich umsetzen wird mit Ausnahme der sich bereits im Bau befindlichen Projekte Hammerschmidt (München-Dornach), Berg am Starnberger See und Lion-Feuchtwanger-Straße in Berlin. Die erworbenen Grundstücke sollen über den Zeitraum von zwei bis vier Jahren veräußert werden. Es ist geplant, darüber hinaus keine weiteren Grundstücke zu erwerben. Des Weiteren wurden bereits die Niederlassung in Frankfurt geschlossen und Personalanpassungen eingeleitet. Auch ein Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken wird angestrebt.

Die Euroboden-Gruppe weist im vorläufigen Konzernzwischenabschluss für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/2023 ein deutlich negatives Konzernergebnis aus. Bei einer Gesamtleistung von 13,9 Millionen Euro lag der Periodenfehlbetrag bei 22,5 Millionen Euro. Das Ergebnis des Berichtszeitraums wurde dabei maßgeblich durch Wertberichtigungen auf bestehende Projekte von insgesamt 21,6 Millionen Euro belastet. Das Eigenkapital des Konzerns hat sich infolge des Periodenfehlbetrages zum 31. März 2023 auf 43,4 Millionen Euro (im Vorjahr waren es noch 65,9 Millionen Euro) reduziert.

Gateway Real Estate will Grundkapital erhöhen

Der Berliner Wohn-Projektentwickler Gateway Real Estate möchte seinen finanziellen Spielraum erweitern durch die Ausgabe von neuen Aktien. Der Vorstand will sich bei der Hauptversammlung am 30. August die Genehmigung holen, das Grundkapital der Gesellschaft „einmal oder mehrmals, insgesamt höchstens um einen Betrag von 67.914.196 Euro“ durch die Ausgabe von auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft zu erhöhen. Das Eigenkapital im Jahr 2022 lag bei 379 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte 2022 einen Konzernverlust von 31,7 Millionen Euro gemacht, was sich im Eigenkapital niederschlug. Gateway hat sich 2021 auf das Wohnungsgeschäft konzentriert und die Entwicklung von Gewerbeimmobilien aufgegeben. Die Aktien von Development Partner und Geschäftsanteile an Projektgesellschaften in Berlin waren damals verkauft worden.

zuletzt editiert am 24. Juli 2023
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