Bauministerin Greywitz auf dem Tdi 2022
Bauministerin Greywitz auf dem TDI 2022. (Quelle: Bildschön/ZIA)

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25. January 2023 | Teilen auf:

Pläne zur Neubauförderung: Schub oder Stups?

Die Immobilienverbände ZIA und GDW zeigen sich enttäuscht über die am 25. Januar vorgestellten Pläne von Bundesbauministerin Klara Geywitz für die Neubauförderung ab März.

Das Bundesbauministerium hat heute die Konditionen der neuen Neubauförderung vorgelegt. Das Volumen der Neubauförderung soll bei insgesamt 1,1 Milliarden Euro liegen, davon nur 750 Millionen Euro für den Mietwohnungsbau und 350 Millionen Euro für Eigenheime.

„Diese 750 Millionen Euro lösen die dramatischen Probleme nicht ansatzweise, und die Folgen der weiteren Verzögerungen eines großen Aufschlags kosten später einmal viel mehr Geld“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. „Diese Bundesregierung als Ganzes – Kanzler, Wirtschafts- und Bundesfinanzminister inklusive – muss erkennen, dass sie auf diesem Feld mehr hinlegen muss, um den Motor beim Wohnungsbau wieder auf Touren zu bringen.“ Die am 25. Januar vorgestellten Pläne zur Neubauförderung bringen aus ZIA-Sicht „in angespannten Zeiten keinen Schub, sondern höchstens einen winzigen Stups“.

„Wohnungsbauziele endgültig in den Sand gesetzt“

„Mit dieser Förderung werden wir es auch 2024 nicht schaffen, 400.000 Wohnungen zu bauen“, kritisiert Axel Gedaschko, Präsident des GDW. Das Volumen der vorgesehenen Förderung und die ausschließliche Ausrichtung auf den EH-40-Standard seien nicht geeignet, um angesichts explodierender Preise beim bezahlbaren Wohnungsbau etwas zu bewirken. „Die Bundesregierung muss endlich mehr Mittel für den sozialen Neubau zur Verfügung stellen. So werden die Wohnungsbauziele der Regierung endgültig in den Sand gesetzt. Die Leidtragenden sind die Mieterinnen und Mieter sowie die vielen Wohnungssuchenden in Deutschland.“

Die Kluft zwischen den bezahlbaren Mieten und den Kostenmieten wird immer größer. Es braucht aus ZIA-Sicht insgesamt zehn Milliarden Euro, um die dringend nötige Wende im Neubau zu schaffen – Gelder die in einer belebten Baukonjunktur zum Teil als Steuereinnahmen wiederkommen und Folgekosten verspäteten Handels vermeiden.

Geywitz bleibt „konsequent am Ball“

Dr. Andreas Mattner zeigt sich zugleich optimistisch, dass Geywitz auf anderen Feldern aufs Tempo drückt. Er hebt hervor, dass die Ministerin konsequent Kontakt zu den 17 Verbänden sucht, die Anfang Dezember wegen der dramatischen Lage auf dem Wohnungsmarkt eine Art Notruf an die politischen Entscheiderinnen und Entscheider gerichtet hatten. Der ZIA ist zuversichtlich, dass die Ministerin „konsequent am Ball bleibt, wenn es darum geht, in der Baubranche, serielles und modulares Bauen anzutreiben“. In dieser Veränderung stecke „echtes Beschleunigungspotenzial“.

zuletzt editiert am 26.01.2023