In einer Zeit, in der der Fokus auf erneuerbaren Energien zunimmt, spielen Photovoltaikanlagen für Gewerbeimmobilien eine Schlüsselrolle. Neben der Reduzierung von Energiekosten liefern Sie einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Von Alessandro Mauri
Spricht man vom Gebot der Stunde, kommt man um die Energiewende nicht herum. Der Anspruch, die CO2-Emissionen zu senken und eine unabhängige, nachhaltige Energieversorgung zu etablieren, stellt Modelle alternativer Stromerzeugung in den Mittelpunkt der deutschen Energiepolitik. Ob Wärmepumpe, Windkraftanlage oder Photovoltaik (PV) – die Umstrukturierung der Energiebranche stellt eine der größten und wichtigsten wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Herausforderungen des jungen Millenniums dar. Werden Potenziale frühzeitig erkannt, kann der Strukturwandel beschleunigt und professionalisiert werden.
Ein solches verheißungsvolles, aber mitunter unbekanntes Potenzial, stellt der Ausbau von PV-Anlagen auf Gewerbeimmobilien dar. Berichte zu Investitionen in die Dachanlagen auf Industriegebäuden oder zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten und Kooperationen für Gewerbeimmobiliengesellschaften verdeutlichen, dass mehr Akteure die Chancen von PV erkennen und nutzen sollten.
Erfolgsfaktoren eines Photovoltaik-Projekts
Die Umsetzung erfolgreicher Photovoltaik-Projekte auf Gewerbeimmobilien erfordert die sorgfältige Abwägung mehrerer Faktoren. Unternehmen müssen die Art ihres Geschäfts, das geeignete Umsetzungsmodell und die optimale Nutzung des erzeugten Solarstroms berücksichtigen. Nur in der sorgfältigen Analyse der individuellen Situation und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Immobilie kann das optimale Umsetzungsmodell identifiziert werden. Wer sich nicht vorbereitet, scheitert an komplexen Genehmigungsprozessen, ungeklärten Eigentumsverhältnisse oder an mangelnden baulichen Voraussetzungen.
Aber erfolgreiche Projekte beweisen: Der Ausbau von PV auf Gewerbeimmobilien fördert nicht nur die nachhaltige Energieproduktion, sondern leistet ökologische und wirtschaftliche Vorteile.
Hürden für den PV-Ausbau auf Gewerbegebäuden
Die Komplexität beim Ausbau von Photovoltaikanlagen zeigt sich insbesondere im Blick auf bestehende und neu hinzukommende Dachflächen. Bautechnische Aspekte wie Statik, vor allem bei älteren Gebäuden, stellen dann eine der größten Barrieren dar. Ausschreibungen für Einspeisetarife, die Kommunikation mit Behörden und Netzbetreibern tut ihr übriges.
Aufgrund finanzieller Unsicherheiten und der Schwierigkeit, die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen vorherzusagen, können PV-Anlagen unattraktiv wirken. Die zusätzlichen bürokratischen Hürden, die unzureichende Standardisierung und fehlende Mindestvergütungen für Investoren behindern den Ausbau von Solaranlagen auf Gewerbebauten entscheidend.
Immerhin: Von den steuerlichen Hürden vergangener Jahre hat man sich verabschiedet. Gesetzesänderungen wie das Fondsstandortgesetz 2021, das Zukunftsfinanzierungsgesetz oder das Wachstumschancengesetz schaffen Klarheit. Trotzdem gilt es die unterschiedlichen Anforderungen zu beachten, abhängig davon wer das Projekt durchführt: Privathaushalte, Gewerbeunternehmen oder Immobiliengesellschaften. Privathaushalte müssen in der Regel nur die Umsatzsteuer berücksichtigen, während Gewerbeunternehmen bereits gewerblich tätig sind und daher keine zusätzlichen gewerbesteuerlichen Risiken haben. Am komplexesten ist es bei Immobiliengesellschaften, die typischerweise sehr unterschiedlich strukturiert sind.
Die Rolle, die der Gebäudeeigentümer in einem Photovoltaikprojekt übernimmt, hat wichtige Implikationen: Verpachtet der Eigentümer nur die Dachfläche, entfallen steuerliche Aspekte in der Regel. Tritt der Eigentümer hingegen als Investor oder Anlageneigentümer und Betreiber auf, werden steuerliche Aspekte relevant.
Eine häufige Sorge ist, dass die Einnahmen aus den PV-Anlagen zu einer steuerlichen Infizierung der Mieteinnahmen führen. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch sorgfältige Strukturierung oder die Einhaltung bestimmter Bagatellgrenzen vermeiden
Die Finanzierung einer PV-Anlage auf dem Dach eines Gewerbeobjekts hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das gewählte Umsetzungsmodell und die Art des Unternehmens. Errichtet ein Unternehmen beispielsweise eine Anlage auf seinem eigenen Gebäude, können die objektfinanzierende Bank oder die Hausbank für Fremdkapital genutzt werden. Ist das Objekt Teil eines Fonds, kann dieser als (weitere) Kapitalquelle dienen.
Sind Unternehmen als Investoren aktiv, bietet sich das vorhandene Eigenkapital zur Finanzierung an. Da die genaue Finanzierungsstruktur je nach Situation variieren kann, sollte im Vorhinein analysiert werden, welcher Ansatz wirtschaftlich am sinnvollsten ist.
Zusammengefasst: Steuerliche Aspekte stellen Hürden dar, aber mit den richtigen Maßnahmen und der passenden Strukturierung werden sie in der Regel bewältigt. Eine Umsetzung ohne erheblichen steuerlichen Aufwand ist durchaus möglich.
Wie Photovoltaik gelingen kann
Die Hürden rund um Finanzierung, Planung, Steuerfragen, Umsetzbarkeit und Instandhaltung können zwar auf den ersten Blick abschreckend wirken. Inzwischen gibt es aber diverse Unternehmen, die sich intensiv mit der Beratung, der effektiven Ausschreibungen, der Risikominimierung und der Anpassung an rechtliche Veränderungen beschäftigen. Das zeigt: Die Branche entwickelt sich rasant. Im besten Fall entscheidet man sich als Gewerbeimmobiliengesellschaften für Experten, die die Ausstattung des Gebäudes mit Photovoltaik kompetent begleiten können. Sei dies für die Unterstützung während der Planungsphase, für den Betrieb der PV-Anlage, für die Angebotssuche oder zur Klärung steuerlicher, regulatorischer und wirtschaftlicher Fragen.
Letztlich bietet die Integration von Photovoltaik-Projekten auf Gewerbeimmobilien nicht nur die Möglichkeit, langfristig Energiekosten zu senken, sondern eröffnet auch Wege für attraktive Renditen, trägt maßgeblich zur Förderung der Nachhaltigkeit bei und befriedigt Mieterbedürfnisse nach klimafreundlichem Strom.
Alessandro Mauri ist CEO von Voltaro.
