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Guido Piñol: „Nun können wir wieder in die Offensive gehen" (Foto: Office First)

Investment 2017-05-23T00:00:00Z Office First: Fokus auf große Objekte

Im Interview erklärt Guido Piñol, Vorstand von Office First, die Strategie des IVG-Nachfolgeunternehmens. Das Portfolio wird sich deutlich verändern.

Vor sieben Jahren trat Guido Piñol in die damals börsennotierte IVG ein, um das Immobilienportfolio auf Vordermann zu bringen und das angeschlagene Unternehmen schlussendlich in der Planinsolvenz zu restrukturieren. Nach der Übernahme des Folgeunternehmens Office First durch Blackstone kehrt er nun als Vorstand an seine alte Wirkungsstätte zurück. Über die Perspektiven unter neuen Vorzeichen sprach Christof Hardebusch mit ihm.

Die vermutlich am häufigsten gestellte Frage gleich vornweg: Wie geht es dem Squaire?
Guido Piñol : Der alte Vorstand hat die Belegungsquote bereits auf deutlich über 90 Prozent erhöht. Unsere Aufgabe ist es nun, den Job zu Ende zu bringen und das Objekt langfristig zu stabilisieren.

Statt des geplanten Börsengangs hat Office First nun einen einzigen Eigentümer. Was bedeutet das für das Unternehmen?
Guido Piñol : Viele unserer Immobilien bieten ein deutliches Potenzial zur Wertsteigerung, dies erfordert in vielen Fällen einen hohen Kapitaleinsatz. Mit einem starken Investor im Rücken können wir den Kapitalbedarf ab sofort sicherstellen, wenn das durch die angestrebte Wertmaximierung gerechtfertigt ist. Diese Voraussetzungen eröffnen dem Management völlig andere Möglichkeiten als es bei einem IPO der Fall gewesen wäre.

Blackstone hat nicht nur das Portfolio erworben, sondern gleich das gesamte Unternehmen. Mit welcher Absicht?
Guido Piñol : Deutschland ist für Blackstone ein Markt von zentraler Bedeutung. Schon vor der Übernahme der Office First hat Blackstone hier eine Reihe Landmark-Immobilien erworben. Eine professionelle Asset-Management-Plattform vor Ort, die diese Objekte gemeinsam mit dem Office-First- Portfolio und zukünftigen Akquisitionen managen kann, ist deshalb aus Sicht des Investors absolut notwendig und sinnvoll.

Was kommt auf die Mitarbeiter zu?
Guido Piñol : Das ehemalige IVG-Team musste notgedrungen sehr defensiv agieren. Nun können wir wieder in die Offensive gehen. Die Plattform wird erfolgreich weiteres Wachstum unterstützen und auffangen, was aktuell noch einige Umstrukturierungen erforderlich macht. Wer professionell und kreativ mit Immobilien arbeiten kann und möchte, wird davon profitieren.

Erste Verkäufe an Alstria sind bereits vereinbart. Wie wird sich das Portfolio weiter verändern?
Guido Piñol : Der durchschnittliche Objektwert im aktuellen Portfolio beträgt nur rund 30 Millionen Euro. Objekte, die wegen ihrer vergleichsweise geringen Größe den Asset- Management-Aufwand nicht rechtfertigen, werden abgestoßen. Das betrifft rund 40 der insgesamt rund 100 Objekte. Darüber hinaus werden wir Immobilien jeder Größenordnung immer dann verkaufen, wenn sie aus unserer Sicht ihren maximalen Wert erreicht haben. Der künftige Fokus liegt auf großvolumigen Objekten mit Asset-Management-Potenzial in zentralen Lagen der dynamischsten deutschen Büromärkte wie Berlin und München.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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