Auf dem Münchener Bürovermietungsmarkt wurden die Fünf- und Zehn-Jahresschnitte verfehlt, aber die Umsätze sind im Vorjahresvergleich gestiegen.
In München stehen die Zeichen auf Erholung: Im ersten Halbjahr 2024 wurde auf dem Bürovermietungsmarkt ein Flächenumsatz von 299.300 Quadratmetern erzielt. Das ist nicht nur eine Steigerung von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sondern auch der höchste Umsatz unter den sieben Immobilienhochburgen. Auch der Wert des Jahresbeginns konnte im zweiten Quartal mit 153.200 Quadratmetern leicht übertroffen werden. Nur für die starken Ergebnisse der Vorjahre reicht es noch nicht ganz. So wurde der Fünf-Jahresschnitt um acht Prozent und das zehnjährige Äquivalent um 15 Prozent verfehlt. Diese Zahlen stammen von JLL.
Colliers kommt für das erste Halbjahr sogar auf eine höhere Quote: Ohne Eigennutzer betrug die reine Vermietungsleistung 255.200 Quadratmeter. Damit fällt das Halbjahresergebnis 25 Prozent besser als im Vorjahr aus. 35 Prozent des Umsatzes wurde innerhalb des Mittleren Rings, 45 Prozent in den Stadtteillagen und 20 Prozent im Umland erzielt.
Im ersten Quartal hat Die Bayerische im „The Source“ rund 11.600 Quadratmeter angemietet, DMG Mori hat sich 10.500 Quadratmeter im „Go Four It“ gesichert und BMW bezieht 10.000 Quadratmeter auf dem „BMW Talent Campus“. Beim Abschluss des Autoherstellers handelt es sich um einen Eigennutzer. Beim Neubauprojekt „Tridea“ mit 20.800 Quadratmetern im Teilmarkt Bogenhausen teilt die Bayerische Versorgungskammer mit, dass sie noch keine Flächen angemietet habe. Die genaue Belegung befinde sich in der Abstimmung, „wir werden circa ein Drittel der Fläche beziehen", informiert eine Sprecherin. Die Vermarktung der Flächen im Tridea beginne erst im kommenden Jahr.
Weitere Abschlüsse in dieser Größenordnung dürften folgen, sagt Dr. Markus Trost, Niederlassungsleiter JLL München: „Der Markt wird zurzeit von neuer Aktivität und starken Signalen geprägt: Wichtige und bonitätsstarke Unternehmen befinden sich wieder auf der Suche nach größeren Flächen. Wir prognostizieren daher einen Flächenumsatz von 620.000 Quadratmetern für das laufende Jahr.“
Colliers erachtet für das Jahr 2024 dagegen einen Flächenumsatz von 550.000 Quadratmetern als realistisch – mehr als im Vorjahr, aber im langjährigen Vergleich ein deutlich unterdurchschnittliches Ergebnis.
Höhere Leerstandsquote
Andererseits ist die Leerstandsquote auf 6,2 Prozent gestiegen. Sie legte demnach um 60 Basispunkte seit dem Vorquartal und um 150 Basispunkte seit dem Vorjahreszeitraum zu, heißt es bei JLL. Colliers schreibt in seiner Analyse: Der Leerstand auf dem Gesamtmarkt hat sich erwartungsgemäß auf rund 7,5 Prozent gegenüber 5,8 Prozent vor 12 Monaten erhöht. Innerhalb des Mittleren Rings und insbesondere innerhalb des Altstadtrings ist das Flächenangebot jedoch weiterhin gering. Dennoch: Durch die nach wie vor geringere Nettoabsorption bei gleichzeitig gut gefüllter Fertigstellungspipeline erwartet Colliers einen weiteren Leerstandsanstieg im Jahresverlauf auf rund acht Prozent.
Die Spitzenmiete stagnierte zuletzt bei 52,00 Euro pro Quadratmeter, im Vergleich zum Vorjahreswert ist das aber eine kräftige Steigerung von vier Euro.
