Der Siegerentwurf von David Chipperfield Architects (Bild: DCA)

Projekte 2022-02-07T12:56:28.124Z München: Das sind die Pläne für die Schützenstraße

Die Preisträger des Ideen- und Realisierungswettbewerbs „Entwicklung an der Schützenstraße“ stehen fest: Das Preisgericht unter Leitung des Architekten und Stadtplaners Professor Ludwig Wappner vergab unter elf eingereichten Entwürfen den ersten Preis an David Chipperfield Architects zusammen mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten.

Die Jury überzeugte der Entwurf von Chipperfield und Loidl vor allem durch seine starken Antworten auf die vielfältigen Herausforderungen des Standortes. „Die Architektur mit einem stark gegliederten Baukörper reagiert auf die Kleinteiligkeit der Gebäude in der Schützenstraße genauso wie auf die Großstrukturen der Prielmayerstraße“, so Ludwig Wappner, Vorsitzender Preisgerichts. „Zudem besticht der Entwurf mit zum Straßenraum hin geöffneten Höfen. Diese erlauben genauso wie zahlreiche Terrassen und Dächer eine umfangreiche Begrünung. Neben der Achse Hauptbahnhof – Stachus greift der Entwurf auch eine Verbindungen hin zum Alten Botanischen Garten und weiter in die Arcisstraße auf. Nicht zuletzt werden qualitätsvolle Räume für vielfältige Büro-, Einzelhandels- und Gastronomienutzungen geschaffen.“

Der Abschluss des Ideen- und Realisierungswettbewerbs stellt für das Projekt insgesamt einen wichtigen Meilenstein dar. „Das sehr internationale Teilnehmerfeld hat eine große Vielfalt und eine hohe Qualität an Beiträgen ergeben. Der Wettbewerb hat allen Beteiligten noch einmal die besondere städtebauliche Bedeutung des Areals vor Augen geführt. Dieser Bedeutung wurden vor allem die Arbeiten der Preisträger in besonderem Maße gerecht“, kommentiert Tobias Sauerbier, Geschäftsführer des Projektentwicklers Signa Real Estate Germany.

"Innovativer Nutzungsmix, Nachhaltigkeit, Mobilität und Klimaschutz"

Im Anschluss an den Ideen- und Realisierungswettbewerb werden auf Basis des Wettbewerbsergebnisses die Planungen und das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt.
Derzeit setzt sich der Gebäudekomplex aus einem in die Jahre gekommenen Erweiterungsbau aus den frühen 1970er-Jahren und dem historischen Warenhaus von Hermann Tietz zusammen. Die Entwicklung beinhaltet die bereits laufende denkmalgerechte Sanierung des imposanten Warenhauses am Bahnhofplatz sowie eine Neuentwicklung für das östlich gelegene Areal, die Gegenstand dieses Wettbewerbs war.

„Die Bestandteile des Areals, die aus heutiger Sicht überholt sind und einen städtebaulichen Missstand darstellen, wollten wir neu denken. Ein innovativer Nutzungsmix, Nachhaltigkeit, Mobilität und Klimaschutz bilden dabei die Grundlagen für eine moderne und gesellschaftlich verantwortungsvolle Gestaltung, die auf ihre Umgebung Rücksicht nimmt“, fügt Sauerbier hinzu. „Das hat David Chipperfield mit seinem Team sehr überzeugend gelöst.“

Der Entwurf aus der Vogelperspektive. (Bild: DCA)

„Wir freuen uns sehr, dass wir im Wettbewerb für die Entwicklung an der Schützenstraße in München zusammen mit dem Atelier Loidl ausgewählt wurden und die Möglichkeit haben, wieder in München zu bauen, insbesondere an einem so wichtigen Standort“, erklärt Sir David Chipperfield. „Als Architekten sind wir uns bewusst, dass die Stadt von der Qualität privater Bauprojekte abhängt, die der Stadt etwas zurückgeben. Das war noch nie so wichtig wie heute. Meine Partner und unser Team freuen sich darauf, an diesem Projekt zu arbeiten, das das Potenzial hat, eine starke öffentlich-soziale Dimension zu schaffen, die die Qualität, den Wohlstand und die Komplexität der Stadt stärkt.“

Der Austausch mit der Öffentlichkeit war laut Signa stets ein wichtiger Bestandteil der „Entwicklung an der Schützenstraße“. Auch in Zukunft soll – zusätzlich zur formalen Beteiligung im Zuge des Bebauungsplanverfahrens – durch verschiedene freiwillige und niederschwellige Beteiligungsformate der enge Austausch mit der Münchner Stadtbevölkerung kontinuierlich fortgesetzt werden. 

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zuletzt editiert am 07. Februar 2022
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