Ein modernes Gebäude mit mehreren Etagen, das durch seine farbenfrohen Türen hervorsticht.
Zum Stichtag 15. Oktober 2025 lag die durchschnittliche Warmmiete für Micro-Apartments bei 605 Euro im Monat – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2025-12-10T11:35:51.931Z Micro-Living trotzt Marktunsicherheiten mit stabilen Zahlen

Micro-Living bleibt gefragt: Auslastung bei 95 Prozent, Mietsteigerungen bis zu sechs Prozent pro Jahr erwartet.

Trotz steigender Kosten und regulatorischer Unsicherheiten zeigt sich das Marktsegment Micro-Living weiterhin stabil. Laut dem aktuellen Marktreport der Initiative Micro-Living, der auf Daten von 128 Apartmenthäusern mit rund 28.300 Einheiten basiert, liegt die Auslastung bei konstant 95 Prozent. Die durchschnittliche Warmmiete ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 605 Euro pro Monat gestiegen.

In privatwirtschaftlich betriebenen Objekten ohne kommunale Anbieter beträgt die Durchschnittsmiete sogar 702 Euro. Neubauapartments (Baujahr ab 2014) erreichen im Schnitt 664 Euro. Für die Jahre 2026 bis 2028 erwarten die Betreiber Mietsteigerungen von zwei bis sechs Prozent pro Jahr.

Als Preistreiber werden gestiegene Energiekosten, die anhaltend hohe Nachfrage sowie inflationsbedingte Anpassungen genannt. Auch die Bewirtschaftungskosten ziehen weiter an: Sie stiegen um 7,5 Prozent auf durchschnittlich 7,76 Euro pro Quadratmeter. „Die Bewirtschaftungskosten sind seit Frühjahr 2020 kontinuierlich gestiegen und haben (...) einen neuen Höchststand erreicht“, so Lena Schwesinger von Bulwiengesa. Etwa 90 Prozent der Betreiber planen eine komplette Umlage auf die Mieter.

Das Mietpreisspektrum reicht von 300 Euro im geförderten Segment bis 1.490 Euro für Premium-Apartments in A-Städten. Rund 64 Prozent der vermieteten Einheiten entfallen auf Zielgruppen wie Young Professionals, Pendler und Singles; Studierende machen etwa 36 Prozent aus. Auffällig: Während die Vermietung an EU-Studierende vergleichsweise effizient erfolgt, wird die Vermarktung an internationale Studierende als deutlich aufwendiger eingeschätzt.

Kritisch sehen die Marktteilnehmer geplante gesetzliche Eingriffe in die Vermietung möblierter Wohnungen. Rund 80 Prozent der befragten Experten rechnen mit negativen Folgen für ihr Geschäftsmodell.

Die Initiative Micro-Living wurde 2020 gegründet und vereint aktuell 14 Anbieter des Segments, darunter Union Investment, Greystar, Berlinovo und i Live. Ziel ist es, durch regelmäßige Marktreports mehr Transparenz für den noch jungen Markt zu schaffen.

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zuletzt editiert am 10. Dezember 2025