Eine Flotte von Apleona Facility Management Fahrzeugen, die auf einem Parkplatz stehen.
Apleona überschreitet die Drei-Milliarden-Euro-Marke und festigt mit einem Wachstum von 8,1 Prozent ihre Marktführerschaft. (Quelle: Apleona)

Management 2026-06-08T10:53:17.629Z Lünendonk-Liste: Konjunktur bremst FM-Markt

Das Umsatzwachstum der Top-25-Facility-Service-Unternehmen flacht 2026 auf 6,3 Prozent ab. Fünf Anbieter knacken die Milliardenmarke.

Nach drei wachstumsstarken Jahren kehrt die Marktentwicklung im deutschen Facility Management auf das moderate Niveau der Vor-Corona-Jahre zurück. Wie das Marktforschungsunternehmen Lünendonk in seiner neuesten Erhebung zeigt, steigerten die 25 führenden Anbieter ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um durchschnittlich 6,3 Prozent. Für die kommenden Jahre bis 2030 prognostiziert die Branche ein jährliches Wachstum von 6,6 bis 7,0 Prozent. Als Hauptgründe für die Abschwächung gelten die angespannte Konjunktur, Investitionszurückhaltung bei Sonderprojekten sowie ein verschärfter Preisdruck in Vergabeverfahren.

An der Spitze des Rankings festigt Apleona mit einem Umsatzplus von 8,1 Prozent und einem Gesamtvolumen von 3.233 Millionen Euro die Marktführerschaft. Auf Rang zwei folgt Spie Germany Switzerland Austria mit geschätzten 2.850 Millionen Euro (+7,5 Prozent), während Wisag Facility Service mit 1.812 Millionen Euro (+4,8 Prozent) den dritten Platz behauptet und mit 37.600 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Markt bleibt.

Auf Rang vier platziert sich Engie mit einem leichten Umsatzrückgang von 0,4 Prozent auf 1.129,0 Millionen Euro. Piepenbrock verzeichnet ein Plus von 6,7 Prozent und überschreitet mit 1.033,8 Millionen Euro erstmals die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro. Damit erwirtschaften nun fünf Branchenakteure mehr als eine Milliarde Euro im Jahr. Die Top 10 werden von Strabag PFS (963 Mio. Euro), Dussmann (950 Mio. Euro), der Compass Group (881 Mio. Euro), ISS Facility Service (804,3 Mio. Euro) und Kötter (770 Mio. Euro) komplettiert.

Neuzugänge sorgen für Bewegung im Ranking

Das Verfolgerfeld verzeichnet deutliche Verschiebungen durch starke organische Sprünge und neue Listenteilnehmer. Das stärkste Wachstum der gesamten Top 25 verbucht CBRE mit einem Umsatzplus von 28,3 Prozent auf 481,7 Millionen Euro (Platz 13). Als Neuzugänge reihen sich der Industriespezialist Leadec auf Platz 14 (458 Mio. Euro), die Zech Group mit gebäudenahen Services auf Platz 17 (384 Mio. Euro) sowie B&O Service auf Position 22 (305 Mio. Euro) ein. Signifikante Zuwächse verzeichnen zudem Sauter FM (+17,3 Prozent auf 375,8 Mio. Euro) und Goldbeck (+24,0 Prozent auf 326,6 Mio. Euro).

Neue Wachstumsimpulse erwartet der Markt vor allem aus regulatorischen Verschärfungen. Das verabschiedete KRITIS-Dachgesetz erhöht die Anforderungen an den Schutz und die Resilienz kritischer Infrastrukturen signifikant.

„Die Facility-Service-Branche durchläuft einen strategischen Wandel. Nachdem die Anbieter sich bereits im Zuge der Nachhaltigkeits-Regulatorik erfolgreich als Transformationspartner der deutschen Wirtschaft positioniert haben, nehmen sie nun auch die Rolle des Resilienzpartners ein“, kommentiert Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk. Die gestiegenen Anforderungen dürften die Nachfrage nach professionellen FM-Dienstleistungen auf strategischer Ebene langfristig stützen.

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zuletzt editiert am 08. Juni 2026
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