Der Logistikflächenumsatz erreicht laut JLL nach neun Monaten 5,36 Millionen Quadratmeter. Das Wachstum findet vor allem außerhalb der Metropolen statt.
Der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Flächenumsatz von rund 5,36 Millionen Quadratmetern erzielt. Nach Angaben von JLL entspricht dies einem Anstieg um 23 Prozent beziehungsweise rund eine Million Quadratmeter gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden auch die fünf- und zehnjährigen Durchschnittswerte um zwei beziehungsweise vier Prozent übertroffen.
Die Zahl der registrierten Abschlüsse blieb mit 524 auf Vorjahresniveau. Das Umsatzwachstum ist vor allem auf größere Anmietungen zurückzuführen. Im Segment ab 10.000 Quadratmetern wurden 179 Verträge abgeschlossen, 33 mehr als im Vorjahreszeitraum. Während der Vermietungsumsatz um 43 Prozent zulegte, ging die Bedeutung der Eigennutzer zurück. Auf sie entfielen rund 907.600 Quadratmeter beziehungsweise 17 Prozent des gesamten Flächenumsatzes.
In den fünf von JLL untersuchten Ballungsräumen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München blieb der Flächenumsatz mit rund 1,35 Millionen Quadratmetern gegenüber dem Vorjahreszeitraum weitgehend stabil. Außerhalb dieser Regionen wurden dagegen rund 4,02 Millionen Quadratmeter umgesetzt, ein Zuwachs von etwa einem Drittel. Damit entfiel nahezu das gesamte bundesweite Umsatzplus auf diese Märkte.
Unter den fünf Metropolregionen behauptete Frankfurt mit 415.600 Quadratmetern und einem Plus von zwölf Prozent seine Spitzenposition. Es folgten Hamburg mit 279.300 Quadratmetern (minus acht Prozent) und Düsseldorf mit 263.000 Quadratmetern (plus 58 Prozent). Berlin verzeichnete einen Rückgang um 24 Prozent auf 252.600 Quadratmeter. München bildete mit 136.600 Quadratmetern und einem Minus von 21 Prozent das Schlusslicht.
Die Nachfrage wurde insbesondere von Logistikdienstleistern getragen. In den fünf Metropolregionen entfielen 45 Prozent des Flächenumsatzes auf Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhaltung. Außerhalb dieser Märkte lag der Anteil mit 48 Prozent sogar noch etwas höher. Dort setzte die Branche rund 1,91 Millionen Quadratmeter um, rund 700.000 Quadratmeter mehr als im Vorjahreszeitraum.
Zu den größten Abschlüssen gehörten zwei Anmietungen von Ceva Logistics über jeweils rund 90.000 Quadratmeter in Frankfurt (Oder) und Lich bei Gießen. Weitere Großabschlüsse entfielen unter anderem auf Maersk Logistik in Herleshausen mit 69.000 Quadratmetern und ID Logistics in Alsdorf bei Aachen mit rund 67.000 Quadratmetern.
Chinesische Unternehmen prägen Nachfrage im Ruhrgebiet
Unter den Regionen außerhalb der fünf Metropolmärkte erreichte das Ruhrgebiet mit 487.800 Quadratmetern den höchsten Flächenumsatz. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg um 20 Prozent. Rund 43 Prozent des Umsatzes entfielen auf Anmietungen chinesischer Unternehmen, deren durchschnittliche Flächengröße bei etwa 14.200 Quadratmetern lag.
Auch andere Regionen verzeichneten deutliche Zuwächse. Hannover/Braunschweig erreichte mit 359.800 Quadratmetern mehr als das Vierfache des Vorjahresergebnisses. Die Region Osnabrück/Münster kam auf 259.100 Quadratmeter, ein Plus von 185 Prozent.
Weniger Fertigstellungen, steigende Spitzenmieten
Während die Flächennachfrage zunahm, ging die Zahl der Fertigstellungen in den fünf Metropolregionen deutlich zurück. Von Januar bis September wurden dort lediglich rund 219.000 Quadratmeter neue Lagerflächen fertiggestellt, etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Zum Fertigstellungszeitpunkt waren nur noch 32 Prozent dieser Flächen verfügbar.
Die aktuelle Bautätigkeit liegt dagegen deutlich über dem Vorjahresniveau. Mit rund 883.000 Quadratmetern befinden sich rund 60 Prozent mehr Flächen im Bau als vor einem Jahr. Etwa 55 Prozent davon sind noch nicht vermietet.
Das knappe Angebot an modernen Flächen wirkt sich weiterhin auf die Mieten aus. Im dritten Quartal stieg die Spitzenmiete für Lagerflächen ab 5.000 Quadratmetern in Berlin um 4,8 Prozent auf 11,00 Euro pro Quadratmeter und Monat. In Düsseldorf erhöhte sie sich um 2,8 Prozent auf 9,25 Euro. München und Berlin sind damit die teuersten der fünf untersuchten Märkte. In Hamburg und Frankfurt liegt die Spitzenmiete jeweils bei 8,50 Euro.
Für das Schlussquartal hält JLL eine weitere Belebung für möglich. Sebastian Bögel, Head of Industrial & Logistics Agency JLL Germany, erklärt: „Erfahrungsgemäß ist das vierte Quartal oft das stärkste. Wenn sich das bestätigt, könnten wir in diesem Jahr die Marke von sieben Millionen Quadratmetern Flächenumsatz knacken.“
