Der Flächenumsatz auf dem Logistikmarkt des Ruhrgebiets übertrifft im ersten Halbjahr 2026 die Vorjahres- und Durchschnittswerte.
Der Logistikmarkt Ruhrgebiet vermeldet zur Jahresmitte 2026 eine hervorragende Zwischenbilanz. Mit einem Flächenumsatz von 280.000 Quadratmetern wird sowohl das Vorjahresvolumen (201.000 Quadratmeter) als auch der zehnjährige Durchschnittswert (228.000 Quadratmeter) jeweils deutlich um beachtliche 39 Prozent beziehungsweise 23 Prozent übertroffen. Die Umsätze in den einzelnen Jahresabschnitten sind dabei konstant hoch: So erzielt die polyzentrische Logistikregion seit Q2 2025 jeweils überdurchschnittliche Quartalsergebnisse. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.
Breit verteilt ist das Volumen nicht nur über die einzelnen Quartale, sondern auch über die verschiedenen Teillagen. In diesem Zusammenhang entfielen im ersten Halbjahr 2026 mit dem Großdeal des pharmazeutischen Logistikdienstleisters Cencora (33.700 Quadratmeter) in Dortmund sowie den Abschlüssen von Flexispot (20.500 Quadratmeter) und Blitz Distribution (17.400 Quadratmeter) in Werne umfangreiche Ergebnisbeiträge auf das östliche Ruhrgebiet.
Hohe Nachfrageimpulse konnte jedoch auch das westliche Marktgebiet verzeichnen, wofür insbesondere die Verträge von Goodcang (29.000 Quadratmeter) und Siemens Mobility (20.000 Quadratmeter) in Duisburg verantwortlich zeichnen. Mehrere kleinere und mittelgroße Deals sind zudem in den zentralen Lagen wie zum Beispiel in den Standorten Gelsenkirchen oder Essen zu verorten, die ebenfalls einen entscheidenden Anteil am insgesamt sehr diversifizierten Vermietungsgeschehen verbuchen.
„Die Mietpreise haben sich nach Anstiegen im letzten Jahr in den vergangenen sechs Monaten stabil präsentiert und ihr bereits hohes Niveau bestätigt. In der Spitze werden für Premium-Objekte aktuell bis zu 8,00 Euro pro Quadratmeter gezahlt, und im Durchschnitt sind 6,70 Euro pro Quadratmeter anzusetzen“, erläutert Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Logistics & Industrial von BNP Paribas Real Estate GmbH.
Logistikdienstleister klar marktdominierend
Der Blick auf die Größenklassen veranschaulicht, dass sich die hohe Marktdynamik im Ruhrgebiet derzeit über fast alle Segmente erstreckt: So haben bis auf die Großverträge ab 20.000 Quadratmeter alle Kategorien zur Jahresmitte ihre zehnjährigen Durchschnittsvolumina um Längen übertroffen.
Bei der Umsatzverteilung auf die Nutzergruppen folgen die Logistikdienstleister im Ruhrgebiet dem bundesweiten Trend und stechen im Branchenvergleich klar heraus: Mit einem Vermietungsvolumen von rund 183.000 Quadratmetern erzielen sie zum Halbjahr einen Rekordumsatz und vereinen gut 65 Prozent des Marktgeschehens auf sich. Bemerkenswert ist hierbei, dass sie nicht nur durch sehr große Verträge wie die von Cencora, Goodcang oder Blitz Distribution in Erscheinung getreten sind, sondern insgesamt 59 Prozent aller Abschlüsse beisteuern konnten.
Mit anteilig gut 13 Prozent bleibt die Handelssparte zur Jahresmitte dagegen deutlich unterrepräsentiert. Führt man sich allerdings vor Augen, dass das Geschäftsmodell der aktuell sehr aktiven Logistikdienstleister oftmals eng mit den Distributionsprozessen global agierender E-Commerce-Firmen verzahnt ist, relativiert sich das Ergebnis. Ähnlich stellt sich die Situation im Industriesektor dar, der auf weitere knapp 13 Prozent kommt. Auch hier waren nur wenige Deals zu registrieren, hierzu zählte mit Siemens Mobility im Logport in Duisburg-Rheinhausen (20.000 Quadratmeter) jedoch ebenfalls eine Großvermietung.
Viel Neubau schafft Perspektiven
Sei es im langjährigen- oder auch im Standortvergleich – der Logistikmarkt Ruhrgebiet hat in der ersten Jahreshälfte 2026 in vielerlei Hinsicht eine beachtliche Performance hingelegt. Somit würde ein durchschnittlicher Flächenumsatz in den kommenden Monaten ausreichen, um Ende September erneut ein höheres Ergebnis als im Vorjahr zu präsentieren. Aus heutiger Sicht dürfte die Nachfrage insbesondere von Nutzern aus dem E-Commerce-Sektor und aus dem asiatischen Raum konstant hoch bleiben.
Die Herausforderung besteht in erster Linie darin, die in der Regel großflächigen und oft kurzfristigen Gesuche dieser Akteure abzubilden. Immerhin kann das Neubausegment im Ruhrgebiet immer wieder Abhilfe verschaffen: Mit einem Volumen von über 100.000 Quadratmetern des gesamten Flächenumsatzes erreicht die Logistikregion auch in der Neubausparte (anteilig 36 Prozent) bundesweit den Spitzenplatz.
Umfangreiche Incentive-Pakete
„Die Entwicklung der Spitzenmiete ist differenziert zu betrachten: Auch wenn zunehmend Verträge im Bereich oder sogar über der Spitzenmiete von 8,00 Euro pro Quadratmeter zum Abschluss kommen, sind diese in vielen Fällen mit umfangreichen Incentive-Paketen verbunden. Somit ist für die kommenden Monate höchstens mit geringfügigen Anpassungen zu rechnen“, so Bastian Hafner, Head of Logistics & Industrial Advisory der BNP Paribas Real Estate GmbH.
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