Immobilienfonds-Analyse
Während offene Immobilienfonds und Spezialfonds kräftig Mittel einsammeln, stehen geschlossene AIFs derzeit im Schatten (Foto: Scott Webb/unsplash.com)

Investment 2017-01-24T00:00:00Z Licht und Schatten bei Immobilienfonds

In seinem Investment-Outlook sieht Scope Analysis den Ausblick vor allem für offene Immobilienfonds und Spezialfonds positiv. Für geschlossene Publikums-AIFs sieht es hingegen düster aus.

Offene Immobilienfonds können sich vor Anlegergeldern kaum retten. Bei den Publikumsfonds rechnet Scope Analysis auch 2017 nicht mit wesentlichen Veränderungen . Deshalb werde es weitere Reglementierung der Mittelzuflüsse durch die Anbieter geben. Die durchschnittliche Renditeerwartung werde 2017 bei zwei bis 2,5 Prozent liegen, hieß es bei der Scope-Web-Konferenz „Ausblick 2017 – Alternative Investments und AIF“.

Bei steigenden Zinsen werde sich die Nachfrage aber wohl abschwächen. Bis dahin sei es für die Immobilienfonds wichtig, eine gewisse Liquidität vorzuhalten, um auf mögliche Mittelabflüsse reagieren zu können. Die älteren Immobilienfonds müssen zwischen 15 und 20 Prozent Liquidität vorhalten; Immobilienfonds nach neuer Regulierung haben eine geringe Quote und dadurch Renditevorteile. „Allerdings müssen diese Fonds ihre Portfolios ja auch bei dem aktuell hohen Preisniveau aufbauen“, relativiert Sonja Knorr diesen Vorteil.

Immobilien-Spezialfonds
Entwicklung der offenen Immobilien-Spezialfonds (Quelle: BVI)

Ebenfalls stark zugelegt haben offene Immobilienspezialfonds. Ihre Anzahl wuchs 2016 auf 25 Fonds – von breit diversifiziert bis zu hoch spezialisiert.

Geschlossene Immobilienfonds leiden weiter
Bei den geschlossenen AIF fokussiert sich das Geschäft laut Scope besonders auf die semiprofessionellen und professionellen Anleger . Reine Publikumsfonds für Privatinvestoren sind hingegen rar. Hier konnten sich nur einige wenige Anbieter durchsetzen. Besonders spezialisierte Anbieter, wie zum Beispiel für US- sowie Wohn- oder Sozialimmobilien, sind stark gefragt bei den Anlegern. Für die Anbieter von Immobilienfonds sind hohe Preise, das nur bedingte Produktvertrauen und negative Meldungen über Alt-Fonds die größten Hemmschuhe.

Die Konsolidierung des Marktes ist weiter vorangeschritten. Emissionshäuser wurden verkauft, andere haben ihr Geschäft vollends eingestellt und gegründete Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) abgewickelt. Generell rückt bei geschlossenen AIFs die Nutzung von Service KVGen wieder etwas stärker in den Fokus. Besonders institutionelle Anleger schätzen hierbei den Vorteil, die administrative Seite bei der Service KVG zu belassen (bspw. bei Immobilien die Grundbucheinträge) und die Flexibilität, den Asset-Manager bei Nichtgefallen unkompliziert austauschen zu können.

Internationale Investoren kaufen – Private Equity verkauft
Investoren auf Asien-Pazifik-Region, USA, und Nahen und Mittleren Osten werden die Nachfrage – vor allem in Deutschland hoch halten. Dahingegen nutzen Private-Equity-Häuser das hohe Preisniveau verstärkt zum Exit.

In Europa bleibt Deutschland der Treiber und gefragter Investmentmarkt. Die institutionelle Nachfrage wird laut Scope in Nischen wie Pflege, Logistik und Value-Strategien steigen. Das Transaktionsniveau werde wohl ähnlich hoch wie 2016.

Autor: Markus Gerharz

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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