Das Bild zeigt moderne Hochhäuser mit blauen Glasfassaden; Hauptmotiv sind die reflektierenden Fensterfronten und die dichte Anordnung von Bürogebäuden im städtischen Finanzviertel.
Laut einer aktuellen CBRE-Studie sind Büroimmobilien bei Kreditgebern in Europa wieder stärker gefragt.  (Quelle: Pixabay)

Finanzierung 2026-06-24T13:19:56.175Z Studie: Kreditgeber setzen wieder stärker auf Büros

Büroimmobilien steigen im Ranking europäischer Kreditgeber auf Platz drei. Auch Rechenzentren gewinnen an Attraktivität.

Die Stimmung europäischer Kreditgeber gegenüber Büroimmobilien hat sich weiter verbessert. Das geht aus der aktuellen „European Lender Intentions Survey“ von CBRE hervor. In der Befragung rückte die Assetklasse von Rang sechs im Vorjahr auf Platz drei der attraktivsten Immobiliensektoren vor.

Besonders bei Banken genießen Büroimmobilien wieder einen hohen Stellenwert. Dort werden sie nur noch vom Wohnsegment übertroffen. Nach Einschätzung von CBRE deutet dies auf ein gestärktes Vertrauen in die Fundamentaldaten des Sektors hin.

Chris Gow, Head of Debt Advisory Europe bei CBRE, sagt: „Für CBRE waren Büroimmobilien in den vergangenen drei Jahren die wichtigste Assetklasse bei der Fremdkapitalbeschaffung. Die Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage spiegeln die Übereinstimmung zwischen Absicht und tatsächlicher Marktaktivität wider.“

Investitionsvolumen steigt

Begleitet wird die Entwicklung von steigenden Investitionsvolumina. Nach Angaben von CBRE wurden im ersten Quartal 2026 europaweit Büroimmobilien im Wert von 10,7 Milliarden Euro gehandelt. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 summierte sich das Investitionsvolumen auf 48,5 Milliarden Euro und lag damit 13 Prozent über dem Vorjahreswert. „Wir beobachten sinkende Finanzierungsmargen, die günstigere Kredite ermöglichen. Gleichzeitig unterstreichen steigende Investitionsvolumina im Bürosegment und das weiterhin begrenzte Angebot die Stärke des Sektors“, so Gow.

An der Spitze des Rankings stehen weiterhin Wohnimmobilien. Auf Platz zwei folgen Industrie- und Logistikimmobilien.

Verbessert hat sich auch die Einschätzung von Rechenzentren. Zwar zählen sie bislang nicht zu den am häufigsten genannten Zielsektoren der Kreditgeber, die Stimmung gegenüber dem Segment hat sich jedoch deutlich aufgehellt. Zudem werden laut Studie höhere durchschnittliche Loan-to-Value-Quoten als im Vorjahr erzielt. „Rechenzentren stehen im Zentrum der digitalen Infrastruktur und des Wachstums von Künstlicher Intelligenz. Entsprechend richten Kreditgeber ihren Blick zunehmend auf diesen Sektor“, sagt Prof. Dr. Ralf J. Klann, Head of Debt & Structured Finance Germany bei CBRE.

Neben Rechenzentren gewinnen auch alternative Immobiliensegmente an Aufmerksamkeit. Dazu zählen unter anderem Co-Living, bezahlbarer Wohnraum, Seniorenwohnen, Gesundheitsimmobilien und Self-Storage. 86 Prozent der befragten Kreditgeber gaben an, mindestens eines dieser Segmente finanzieren zu wollen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 81 Prozent.

Mehr Bereitschaft für Projektentwicklungen

Die Studie zeigt zudem eine steigende Bereitschaft zur Finanzierung von Projektentwicklungen. Der Anteil der Kreditgeber, die entsprechende Finanzierungen anbieten wollen, stieg binnen eines Jahres von 60 auf 69 Prozent. Unter den Nichtbanken liegt dieser Wert mit 81 Prozent deutlich höher.

Insgesamt planen 72 Prozent der befragten Kreditgeber, ihre Kreditvergabe im laufenden Jahr auszuweiten. CBRE wertet dies als Hinweis auf weiterhin robuste Liquidität an den europäischen Immobilienfinanzierungsmärkten.

Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany bei CBRE, erklärt: „Die unsichere geopolitische Lage beschäftigt die Marktteilnehmer weiterhin. Gleichzeitig spielen rückläufige Investitionsvolumina in den Sorgen der Kreditgeber eine geringere Rolle als in den Vorjahren. Zusammen mit der verbesserten Stimmung über alle Immobiliensegmente hinweg deutet dies auf eine Verbesserung der Fundamentaldaten am Immobilienmarkt hin.“

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zuletzt editiert am 24. Juni 2026
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