Alter Marktplatz von Osnabrück
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02. May 2022 | Teilen auf:

Kommentar: Osnabrück als Vorbild?

Diese Woche fiel mir ein Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung in die Hand. „Für mehr soziale Gerechtigkeit: Osnabrück will beim Bauland künftig zugreifen“. Beim Lesen stockte kurz mein marktwirtschaftliches Herz. Wieviel „gut gedacht“ steckt in der Idee?

Wir brauchen dringend mehr Wohnraum – das steht außer Frage. Gerade in den Ballungszentren, steigt der Anteil des Einkommens, das in Wohnen investiert werden muss auf über 50 Prozent. Von den erlernten 30 Prozent sind wir mittlerweile Meilen weit entfernt. Städte und Kommunen sind gefordert, neue Konzepte zu erarbeiten und auch die längst genehmigten Baugenehmigungen in die Tat umzusetzen -und das vor allem in bezahlbare Wohnungen.

Wieviel gute Idee steckt in der Osnabrücker Idee? Dort sollen Entwickler, die Bauland entwickeln wollen, einen Teil der Flächen an die Stadt veräußern. Hinzu kommt, dass Flächen, die die Stadt für Mietwohnungsbau vergibt, nur noch an die Entwickler gehen, die verbindlich die niedrigste Startmiete garantieren und das beste Konzept haben – was auch immer das heißt. So wolle die Stadt raus kommen aus der ewigen Spirale, dass gebaut wird was Rendite bringt und nicht was gebraucht werde.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch in Osnabrück die Preise und Mieten für Wohnraum seit geraumer Zeit ansteigen. Längst gibt es auch in Osnabrück Gentrifizierungsprobleme in Randbezirken wie Schinkel im Osten der Stadt. Der längst fällige Eingriff der Kommune soll die Rahmenbedingungen für das gesellschaftliche Zusammenleben setzen, was genau ihre Aufgabe ist. Der Eingriff der Stadt ist vereinbar mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und daher richtig und wichtig. Natürlich müssen die Kriterien für das, was am besten ist, genau festgelegt und am besten noch messbar sein. Andere Kommunen machen es vor. Andere sollten es nachmachen.

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zuletzt editiert am 03.05.2022