Eingangsfront eines Einkaufszentrums
Das Alexa in Berlin liegt unter den Top drei der deutschen Shoppingcenter. (Quelle: neuhaus fotografie für Sonae Sierra)

Management 2026-09-28T13:00:29.728Z Kleinere Shoppingcenter unter Druck

Shoppingcenter Performance Report: Bei der Mieterbefragung schneidet ein Oldenburger Center am besten ab, eines in Weil am schlechtesten.

Die deutschen Shoppingcenter stehen aus Sicht ihrer Mieter weiter unter Druck. Die durchschnittliche Bewertung der Standorte verschlechtert sich im Shoppingcenter Performance Report Deutschland (SCPRD) 2026 von 2,76 auf 2,90 und erreicht damit wieder das Niveau der Jahre 2022 und 2023. Die Bewertung erfolgt nach Schulnoten.

Besonders kritisch sehen die Filialisten die steigenden Kosten durch Indexmieten und Mietnebenkosten. Die aktuelle Untersuchung der Wirtschaftsberatung Ecostra basiert auf rund 3.040 Einzelbewertungen von 73 Filialisten zu 400 Shoppingcentern. In das Gesamtranking fließen 222 Center mit mindestens fünf Bewertungen ein.

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„Die guten Standorte behaupten sich, während schwächere Center immer stärker unter Kosten-, Frequenz- und Wettbewerbsdruck geraten.“ sagt Dr. Joachim Will, Geschäftsführer der Ecostra GmbH. Die Wirtschaftsberatung führt diese jährliche Untersuchung seit 2011 durch.

Famila Einkaufsland Wechloy erstmals Deutschlands Nummer 1

Das Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg übernimmt erstmals die Spitzenposition und erreicht mit 1,30 die beste Bewertung. Dahinter folgen der Citti-Park Kiel (1,55) und das Alexa Berlin (1,65). Südring-Center Paderborn und Lago Konstanz teilen sich mit 1,67 den vierten Rang.

Auffällig ist: Große Center bleiben im Vorteil. Standorte mit mehr als 40.000 Quadratmetern Geschäftsfläche erreichen durchschnittlich 2,63, mittlere Center 3,00 und kleinere 3,05. Gleichzeitig tun sich jüngere Center besonders schwer: Bei den ab 2021 eröffneten Standorten liegt die Durchschnittsbewertung nur bei 3,66 – kein Center dieser Altersklasse schafft den Sprung in die Top 20.

Eine Ausnahme bildet das Westfield Überseequartier in Hamburg. Als neu entwickelter Centerstandort erreicht es bereits bei der erstmaligen Berücksichtigung im SCPRD eine Durchschnittsbewertung von 2,38 und weist damit eine ausgesprochen zufriedene Mieterschaft auf. Neue Center starten im SCPRD üblicherweise mit deutlich schwächeren Bewertungen, da es Zeit braucht, sich innerhalb eines meist bereits dichten Wettbewerbsumfeldes zu positionieren und eine stabile wirtschaftliche Performance für die Mieter aufzubauen. Das Ergebnis des Überseequartiers zeigt damit, dass auch ein neu entwickelter Standort einen sehr erfolgreichen Markteintritt schaffen kann.

Indexmieten werden zum Reizthema

Die größten Probleme der Mieter sind steigende Mietkosten durch Indexmieten (1,64) und ebenfalls steigende Mietnebenkosten (1,65). Es folgen Konsumzurückhaltung (1,71) und Kundenfrequenz (1,88). Die Konsequenz ist deutlich: Fast 80 Prozent der Befragten wünschen sich eine stärkere Kopplung der Miete an den tatsächlichen Umsatz ihrer Filiale. Nur rund zehn Prozent lehnen dies ab.

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zuletzt editiert am 28. September 2026
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