JLL-Analyse: Logistik-Investments ziehen im dritten Quartal 2025 an – höhere Dealgrößen sorgen für Marktbelebung trotz fehlender Großtransaktionen.
Der Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien in Deutschland hat im dritten Quartal 2025 spürbar an Dynamik gewonnen. Nach Angaben von JLL lag das Transaktionsvolumen bei rund 1,8 Milliarden Euro – dem höchsten Quartalswert des laufenden Jahres. Insgesamt summiert sich das Volumen nach neun Monaten auf 4,2 Milliarden Euro. Der Rückstand gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich damit auf elf Prozent (Halbjahr: 24 Prozent).
Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist der Anstieg der durchschnittlichen Dealgröße von 20 auf 30 Millionen Euro. Obwohl die Zahl der Transaktionen mit 61 Deals leicht unter den Vorquartalen lag, führte die Größenentwicklung zu einem deutlichen Plus beim Volumen.
Großabschlüsse bleiben selten – aber Tendenz positiv
Trotz der Belebung fehlen dem Markt weiterhin großvolumige Einzeldeals über 100 Millionen Euro. Während im Vorjahr noch 15 dieser Transaktionen ein Volumen von 2,2 Milliarden Euro ausmachten, wurden 2025 bislang lediglich fünf solcher Deals mit zusammen knapp 850 Millionen Euro registriert. Vier davon wurden im dritten Quartal abgeschlossen – darunter drei Portfolios und eine Einzeltransaktion in Sachsen-Anhalt.
„Die positive Entwicklung geht auf zunehmend größere Abschlüsse bei mittleren Volumina zurück“, erläutert Diana Schumann , Head of Industrial & Logistics Investment JLL Germany. Großobjekte seien zwar im Markt vorhanden, stießen aber oft mangels Lagequalität oder Mieterstruktur auf verhaltene Nachfrage. Einige Verkaufsprozesse wurden mangels Preisakzeptanz abgebrochen.
Nach Risikoklassen differenziert, dominieren Core-plus-Produkte mit einem Anteil von 44 Prozent weiterhin das Marktgeschehen. Sie liegen jedoch unter ihrem Fünfjahresschnitt von 53 Prozent. Deutlich zulegen konnte das Value-add-Segment mit 22 Prozent – ein vergleichsweise hoher Wert. Core-Produkte machten 23 Prozent aus, während opportunistische Investments elf Prozent erreichten.
Internationale Investoren kaufen verstärkt zu
Ausländische Käufer zeigten sich besonders aktiv und verantworteten 62 Prozent des Transaktionsvolumens – auf Verkäuferseite lag ihr Anteil hingegen nur bei 15 Prozent. Damit bauten internationale Akteure ihren Immobilienbestand in Deutschland per Saldo um knapp zwei Milliarden Euro aus. Internationale Investoren hätten in diesem Jahr Chancen frühzeitig erkannt und bereits Transaktionen abgeschlossen, unterstreicht Schumann.
Bei den Spitzenrenditen verzeichneten Berlin, Düsseldorf, Köln und Stuttgart einen Anstieg um zehn Basispunkte auf 4,50 Prozent. In Frankfurt, Hamburg und München blieb das Renditeniveau stabil bei 4,40 Prozent.
