Grafik Flächenumsatz Hamburg
Flächenumsatz und Leerstandsquote Hamburg: Die Säulen zeigen den Flächenumsatz, die Linie in pink den Durchschnitt im Flächenumsatz 2012-2021, die hellblaue Linie die Leerstandsquote. (Quelle: Savills)

Standorte & Märkte 2023-01-12T09:46:24.688Z Hamburger Büromarkt lief gut in 2022

Weil viele Großmietverträge abgeschlossen wurden, erreichte der Hamburger Bürovermietungsmarkt 2022 ein überdurchschnittliches Ergebnis.

Viele Großmietverträge wie beispielsweise von Dataport, der Haspa oder VTG sorgten in Hamburg von Januar bis Ende September für ein sehr dynamisches Vermietungsgeschehen. Aufgrund von weiteren konkreten größeren Gesuchen war die Maklerbranche im Herbst optimistisch und ging von einem neuen Rekordjahr aus. Allerdings blieb das vierte Quartal mit einem Flächenumsatz von 95.000 Quadratmetern – so Grossmann & Berger (G&) deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Dennoch erzielte der Bürovermietungsmarkt Hamburg mit einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein sehr gutes Ergebnis, so die Zahlen von G&B. Der Jahresflächenumsatz lag nach dieser Berechnung bei 560.000 Quadratmetern. Damit übertraf er das Zehn-Jahres-Mittel von 2013 bis 2022 in Höhe von 522.000 Quadratmeter um sieben Prozent.

Mit etwas höheren Zahlen wartet JLL auf. Das Beraterhaus kommt auf 597.700 Quadratmeter und einem Übertreffen des Zehn-Jahres-Schnitts um 17 Prozent. Doch worin sich alle Maklerhäuser einig sind: Der Büromarkt lief überdurchschnittlich gut.

Richard Winter, Niederlassungsleiter JLL Hamburg, konkretisiert: „Vor allem Großanmietungen haben dem Markt Rückenwind gegeben – darunter die Anmietungen von Dataport mit 40.000 Quadratmetern, der Haspa mit 30.800 Quadratmetern sowie der Hafenbehörde mit 20.000 Quadratmetern. Doch auch das Segment zwischen 5.000 und 10.000 Quadratmetern leistete einen entscheidenden Beitrag mit insgesamt 16 Abschlüssen nach vier im Vorjahr.“

Mit der Konzentration der Unternehmen auf zentrale Lagen und moderne Büroflächen waren die Nutzer auch bereit, bei Anmietungen einen höheren Mietzins zu akzeptieren, heißt es bei Cushman & Wakefield. Das bestätigen die registrierten Abschlüsse in der Mietpreisklasse über 30,00 Euro pro Quadratmeter: Während 2022 hier bei 36 Abschlüssen rund 85.000 Quadratmeter in diesem Preissegment vermietet wurden, waren es im Vorjahr nur sieben Abschlüsse, auf die zusammen lediglich rund 7.000 Quadratmeter entfielen.

Ausblick auf 2023

„Mit einem überdurchschnittlichen Flächenumsatz, rückläufigem Leerstand und einer breit diversifizierten Nachfrage beweist der Hamburger Büromarkt 2022 starke Robustheit. Dies schlägt sich in einer deutlich gestiegenen Spitzenmiete und im bundesweiten Vergleich der am stärksten angestiegenen Durchschnittsmiete wider. Hamburg ist gut aufgestellt für 2023 und sobald die konjunkturellen Unsicherheiten gewichen sind, sollte der Markt wieder an die Flächenumsätze aus den Vorquartalen mit steigenden Spitzenmieten anknüpfen“, sagt Heiko Fischer, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Hamburger Niederlassungsleiter.

„Mehrere größere Nutzer konnten ihre Verhandlungen im vierten Quartal nicht abschließen und verhandeln 2023 weiter. Dieser Nachfrageüberhang lässt einen umsatzstarken Jahresauftakt erwarten“, prognostiziert der Sprecher der G&B-Geschäftsführung Andreas Rehberg.

Auch wenn Richard Winter von JLL angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtlage mit einem Flächenumsatz von 450.000 Quadratmetern für 2023 rechnet, sind im Überseequartier oder auf der Nikolai-Insel einige Optionen in Sicht. „Wir sehen eine gute Pipeline auf hohem Niveau, denn auch in der City Nord und City Süd wird es wieder Bewegung geben – darunter die Revitalisierung des Arne-Jacobsen-Hauses“, blickt Winter voraus. Und schließlich werden auch für die Bebauung des Großen Grasbrook die Weichen gestellt.

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zuletzt editiert am 12. Januar 2023
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