Deutschlands größtes U-Bahn-Projekt: Hamburg baut die vollautomatische U5. Drees & Sommer steuert den Ausbau der ersten High-Tech-Haltestellen.
In Hamburg entsteht mit der neuen Linie U5 eine Infrastrukturmaßnahme von nationaler Tragweite. Das Projekt der Hochbahn U5 Projekt GmbH soll künftig über 315.000 Fahrgäste täglich befördern und Stadtteile wie Bramfeld und Osdorf erstmals an das Schnellbahnnetz anbinden. Ein technisches Highlight: Die Züge verkehren fahrerlos im GoA4-Standard, was Taktzeiten von bis zu 90 Sekunden ermöglicht.
Drees & Sommer steuert Haltestellen-Ausbau
Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer (Dreso) verantwortet die Bauoberleitung sowie die Fachbauüberwachung für den Abschnitt der Haltestelle City Nord inklusive des zugehörigen Tunnels. Um den engen Zeitplan einzuhalten, setzt das Team auf ein digitales Live-Dashboard zur Echtzeit-Dokumentation von Baufortschritt und Kosten.
„Die Bauarbeiten sollen im Sinne einer effizienten Bauzeit im Mehrschichtbetrieb ausgeführt werden”, erklärt Dreso-Projektleiter Jan Marquis. „Gleichzeitig müssen Abstimmungen, Protokolle, Berichte und Genehmigungsprozesse in deutlich kürzerer Zeit bewältigt werden. Unsere Aufgabe ist es deshalb, hier eine klare und effiziente Kommunikation zwischen allen Beteiligten sicherzustellen und das Teilprojekt innerhalb des vereinbarten Termin- und Kostenrahmens zu halten.”
Beim Bau der Infrastruktur werden neue Standards gesetzt:
- Emissionsarm: Durch den Einsatz klimaschonender Zemente und Stähle sowie effiziente Planung sollen die CO₂-Emissionen in der Bauphase um bis zu 70 Prozent sinken.
- Grüner Betrieb: Die Linie wird künftig vollständig mit Ökostrom betrieben.
- Design: Die Haltestelle City Nord dient als Prototyp für das Gestaltungskonzept des Architekten Hadi Teherani, das als Vorlage für die gesamte Linie fungiert.
Der Bund beteiligt sich mit bis zu 75 Prozent an den förderfähigen Kosten des Großprojekts. Nach dem geplanten Start des Probebetriebs im Jahr 2027 soll der erste Teilabschnitt zwischen City Nord und Sengelmannstraße Ende 2029 für den Publikumsverkehr öffnen. Die vollständige Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts bis Bramfeld ist für 2033 vorgesehen.
