Ein historisches Backsteingebäude (Hauptmotiv) mit markanten Türmen und Kupferdächern an einer gusseisernen Bogenbrücke, Kopfsteinpflaster im Vordergrund und stimmungsvollem Abendhimmel.
Der Forschungsspeicher im Speicherblock H wurde bei der Sustainability Challenge 2026 der DGNB gleich dreifach ausgezeichnet. (Quelle: HHLA)

Nachhaltigkeit & ESG 2026-06-22T13:15:35.033Z DGNB ehrt Speicherstadt-Projekt dreifach

Sustainability Challenge 2026: Ein Forschungsprojekt zur klimaneutralen Energieversorgung der Hamburger Speicherstadt erhält drei Auszeichnungen der DGNB.

Ein Forschungsprojekt zur klimaneutralen Energieversorgung der Hamburger Speicherstadt ist bei der Sustainability Challenge 2026 der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gleich dreifach ausgezeichnet worden. Der sogenannte Forschungsspeicher im Speicherblock H erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Forschung“, den Sonderpreis „Klimaschutz“ sowie den Publikumspreis.

Die DGNB würdigt mit dem Wettbewerb Projekte aus der Bau- und Immobilienwirtschaft, die zur nachhaltigen Transformation der Branche beitragen. Das Vorhaben „CO2-neutrales Welterbe Speicherstadt Hamburg“ setzte sich nach Angaben der Beteiligten gegen rund 130 Einreichungen durch und überzeugte sowohl die Fachjury als auch die Öffentlichkeit. Der Publikumspreis basiert auf einem Online-Voting sowie einer Live-Abstimmung beim DGNB-Tag der Nachhaltigkeit.

Klimaneutrale Energie für denkmalgeschützte Gebäude

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Frage, wie historische und denkmalgeschützte Gebäude künftig mit lokal gewonnener, klimaneutraler Energie versorgt werden können. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Harald Garrecht von der Universität Stuttgart wurde in den vergangenen Jahren ein technischer Ansatz erprobt, der auf die Nutzung von Umweltwärme setzt.

Die Praxistauglichkeit des Konzepts zeigte sich im vergangenen Winter: Die Forschungswerkstatt im Speicherblock H konnte über einen Zeitraum von mehr als fünf Wochen bei durchgehend frostigen Temperaturen ausschließlich mit vom Dach gewonnener Wärme beheizt werden. Das Projekt liefert damit konkrete Erkenntnisse für die energetische Modernisierung historischer Gebäude und zeigt, wie sich innovative Energiekonzepte auch im sensiblen Umfeld eines UNESCO-Welterbes umsetzen lassen.

„Uns freut besonders, dass sowohl die Fachjury als auch die Öffentlichkeit das Projekt ausgezeichnet haben. Das zeigt, dass diese Ansätze für die Zukunft historischer Stadtquartiere absolut relevant sind“, betont Peter Modlich, Projektleiter des Forschungsprojekts bei HHLA Immobilien.

Modell für historische Quartiere

Das Projekt wird von HHLA Immobilien koordiniert. Zu den weiteren Beteiligten zählen unter anderem die Universität Stuttgart, die RWTH Aachen University, die HafenCity Universität Hamburg sowie die Behörden für Kultur und Medien sowie für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

„Die Speicherstadt ist seit 140 Jahren ein faszinierendes Quartier. Die stetige Sanierung der Blöcke schont massiv Ressourcen. Wenn durch dieses Projekt nun auch noch die Emissionen des Betriebs reduziert werden, wird die Speicherstadt auf dem Fundament ihrer Historie fit für die Zukunft gemacht“, sagt Danny Maskow, Quartiersmanager der Speicherstadt.

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zuletzt editiert am 22. Juni 2026
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