Ein futuristisches schwarzes Elektroauto, das an einer modernen Ladestation aufgeladen wird, hervorgehoben durch leuchtend grüne Lichtlinien an Fahrzeug und Kabel.
Ganz so cool sieht Schnellladen in der Realität nicht aus. (Quelle: Roland Berger)

Infrastruktur 2026-08-03T06:54:03.438Z Hamborner REIT setzt auf Schnellladesäulen

Neue Ladepunkte sollen Hamborners Einzelhandelsstandorte stärken / Zahl der Ladepunkte in Deutschland wächst rasant.

Die Hamborner REIT AG erweitert ihr Portfolio um eine neue Assetklasse: Schnellladeinfrastruktur für Elektromobilität. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens für die erste Ausbaustufe ihres E-Mobility-Projekts hat sich das Unternehmen für eine Partnerschaft mit dem europäischen Ladeinfrastruktur-Anbieter Electra entschieden. Ziel des Projekts ist es, an ausgewählten Immobilienstandorten eine bedarfsgerechte und wirtschaftlich tragfähige Schnellladeinfrastruktur zu etablieren.

Die erste Ausbaustufe umfasst 20 Einzelhandelsstandorte in verschiedenen Regionen Deutschlands, an denen zunächst insgesamt 140 Schnellladepunkte entstehen sollen; in einer weiteren Entwicklungsphase ist ein Ausbau auf bis zu 248 Ladepunkte vorgesehen. Der geplante Roll-out erstreckt sich im ersten Schritt unter anderem auf Hamborner-Standorte in Köln, Berlin, Bonn, Mannheim, Leipzig und Aachen.

Diese strategische Entscheidung passt zur weltweiten Entwicklung der Elektromobilität, zu der die Strategieberatung Roland Berger kürzlich eine neue Studie, den EV Charging Index, veröffentlicht hat. Im Jahr 2025 war weltweit bereits jedes vierte neu verkaufte Fahrzeug ein Elektroauto; die Verkäufe stiegen um mehr als 20 Prozent.

Europa verzeichnete 2025 nach einem schwachen Vorjahr eine deutliche Erholung und legte um rund ein Drittel auf 3,7 Millionen Fahrzeuge zu. Damit erreichte die Elektromobilität in Europa einen Anteil von nahezu 30 Prozent an allen Neuwagenverkäufen, während es in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 knapp 25 Prozent waren.  

Perspektivwechsel hin zur Ladeinfrastruktur

Wie der EV Charging Index zeigt, verschiebt sich die nächste Phase der Elektromobilität weg von der reinen Fahrzeugperspektive hin zur Frage, ob ausreichend passende Ladeangebote vorhanden sind. Entscheidend werde die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur sein – insbesondere im Schnellladebereich, so Roland Berger.

Weltweit wurden 2025 rund 1,1 Millionen neue öffentliche Ladepunkte installiert, was zwar einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, jedoch eher Ausdruck eines reifenden Marktes als eines Investitionsrückgangs sei, schreiben die Berater. Der Fokus verschiebe sich vom reinen Netzausbau hin zur Leistungsfähigkeit der Infrastruktur sowie zu schnellem und ultraschnellem Laden mit Leistungen ab 150 kW, deren Zahl auch in Deutschland rasant wächst. In China ist bereits fast jeder zweite öffentliche Ladepunkt ein Schnell- oder Ultraschnelllader, während es in Europa nur gut jeder fünfte ist.

16 Prozent mehr Ladepunkte in Deutschland

In Deutschland sind zurzeit gut 204.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur verzeichnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass rund 26 Prozent davon Schnelllader sind. Insgesamt ist die Zahl der Ladepunkte im Laufe eines Jahres um 16 Prozent gestiegen.

Der Großteil der Ladepunkte wird von Unternehmen der Energiewirtschaft bereitgestellt. Sie treiben den Ausbau der Ladeinfrastruktur kontinuierlich voran. Mehr als 80 Prozent der Ladepunkte werden von BDEW-Mitgliedsunternehmen betrieben. Weitere Marktakteure sind zum Beispiel Parkhaus- und Parkplatzbetreiber, Supermärkte und Hotels.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum Hamborner REIT in Schnellladeinfrastruktur investiert. „Mit dem Ausbau investieren wir gezielt in die Zukunftsfähigkeit unserer Standorte. Elektromobilität entwickelt sich zunehmend zu einer relevanten Infrastrukturleistung im Einzelhandel. Durch die Integration von Schnellladeangeboten erhöhen wir die Attraktivität unserer Immobilien für Besucher, stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mieterstandorte und erschließen gleichzeitig zusätzliche Wertschöpfungspotenziale für unser Portfolio“, erläutert Hamborner-Vorständin Sarah Verheyen.

Ladesäulen schwach ausgelastet

In Westeuropa kommen derzeit durchschnittlich rund 45 batterieelektrische Fahrzeuge auf einen Schnellladepunkt. Die Berater von Roland Berger sehen dies als Beleg dafür, dass die Infrastruktur mit der Nachfrage Schritt hält und zugleich Raum für eine höhere Auslastung und verbesserte Wirtschaftlichkeit bietet. In Deutschland sind die öffentlichen Ladesäulen momentan aber nur schwach ausgelastet. Ihre durchschnittliche Auslastung liegt laut BDEW bei nur rund zwölf Prozent.

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zuletzt editiert am 03. August 2026
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