Gehaltsstudie-Immobilienwirtschaft-Compensation-Benchmark-ZIA
In Sachen Gehalt gibt es in der Immobilienwirtschaft allenfalls einen verschwommenen Einblick (Foto: Oliver Weber/Pixelio.de)

Unternehmen & Köpfe

06. December 2016 | Teilen auf:

Großangelegte Gehaltsstudie für die Immobilienwirtschaft

In der Immobilienwirtschaft fehlt bislang ein umfassender Benchmark zu den Gehältern der unterschiedlichen Jobprofile. Das soll sich nach dem Willen des ZIA nun ändern.

Zumindest für die Aktiengesellschaften in der Immobilienwirtschaft müssen die Gehälter der Vorstände offen gelegt werden. Hier sind keine Gehalts-Geheimnisse erlaubt. immobilienmanager erstellt jährlich ein Ranking der Top-Verdiener unter den AG-Vorständen . 2016 war zum Beispiel Vonovia-Chef Rolf Buch mit 4,5 Millionen Euro (plus 700.000 Euro) der bestbezahlte Vorstand.

Gehaltsvergleich erzeugt Sichtbarkeit der Branche
Doch Gehalts-Rankings und -Vergleiche sind nicht zur Befriedigung der Neugierde da. Sie sorgen auch dafür , dass die Branche außerhalb ihrer eigenen Grenzen wahrgenommen wird – gerade beim dringend benötigten Nachwuchs. Immer wieder gibt es die nicht zu Unrecht geäußerte Kritik, die Immobilienwirtschaft zeige nicht deutlich genug, welche interessanten Jobs, Aufstiegschancen und spannenden Aufgaben sie zu bieten habe.

Nur wenige Studenten, die eigentlich auch für Jobs in der Real Estate Industry geeignet wären – etwa der BWL, VWL, des Bauingenieurwesen oder dem Projektmanagement –haben die Branche als potenzielles Arbeitsgebiet überhaupt auf dem Radar (das zeigen auch die Studenten-Befragungen von immobilienmanager ).

Aufklärungsarbeit ist als dringend notwendig. Und dazu gehört auch, dass man zeigt, was in den vielen unterschiedlichen Berufen der Branche verdient werden kann.

Vergleiche der Einstiegsgehälter in der Immobilienwirtschaft mag man noch finden. Auch vereinzelte Gehaltszahlen gibt es. Aber einen umfassenden repräsentativen Vergleich der Gehälter? Was verdienen zum Beispiel Spezialisten mit einigen Jahren Berufserfahrung bei einem Projektentwickler für Wohnimmobilien? Womit kann ein Fondsmanager mit zehn Jahren internationaler Erfahrung bei Jobwechsel rechnen? Mit welcher Forderung kann die Führungskraft der mittleren Ebene eines Property Managements in die Gehaltsverhandlung gehen?

Wer auf diese Fragen Antworten sucht, muss entweder seinem eigenen Gespür vertrauen oder im Kaffeesatz nach der Antwort suchen. Einen belastbaren Benchmark gibt es dazu jedenfalls bislang nicht. In branchenübergreifenden Vergütungsreports tauchen für die Immobilienwirtschaft höchsten Sammelkategorien wie „Grund- und Wohnungswirtschaft“ oder „Bau- und Immobilienwirtschaft“ auf. Wirklich hilfreich für den konkreten Einzelfall sind die dortigen Ergebnisse nicht.

Auftrag an den ZIA
Auch auf dem imFokus Gipfeltreffen des Immobilien Manager Verlags Anfang November forderten etliche HR-Verantwortliche von Immobilienunternehmen mehr generelle Aufklärungsarbeit über die Karrierechancen in der Immobilienwirtschaft. Hier seien die Hochschulen in der Pflicht und nicht zuletzt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA). Roll Models könnten beispielsweise helfen, aber eben auch repräsentative Gehaltszahlen.

Der ZIA kommt der Aufforderung nun nach und erhebt gemeinsam mit der Personalberatung Kienbaum einen „Compensation Benchmark für die Branche“. Darin sollen für eine Vielzahl von Jobprofilen in den vier Teilbereichen Büro, Retail, Wohnen und Non Property fundierte Daten zur Vergütungssituation erhoben werden.

Autor: Markus Gerharz

Über den Benchmark sprachen wir mit Professor Dr. Wolfgang Schäfers, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Human Resources" des ZIA, und Markus Amon, der als Projektleiter bei Kienbaum die inhaltliche Verantwortung trägt:

zuletzt editiert am 31.05.2021