Eine fällige Investorenfinanzierung wurde laut Gropyus bislang nicht ausgezahlt. Die Muttergesellschaft ist von den Anträgen nicht betroffen.
Für mehrere Tochtergesellschaften des Wohnungsbauunternehmens Gropyus werden Insolvenzanträge gestellt. Das teilte das Unternehmen am 3. November mit. Die Gropyus AG selbst ist von den Anträgen nicht betroffen.
Nach Angaben des Unternehmens hat die ausgebliebene Auszahlung einer vertraglich vereinbarten und bereits fälligen Investorenfinanzierung einen akuten Liquiditätsengpass ausgelöst. Eine Überbrückungsfinanzierung durch bestehende Gesellschafter reichte demnach nicht für alle Gesellschaften aus.
Gropyus will laufende Bauvorhaben fortführen
Gropyus realisiert Mehrfamilienhäuser in modularer Holzbauweise mit automatisierter Serienfertigung. Der Auftragsbestand umfasst sowohl laufende Projekte als auch vertraglich vereinbarte Bauvorhaben für die kommenden Jahre. Das Unternehmen will den Geschäftsbetrieb stabilisieren und die laufenden Projekte fortführen. Zu möglichen Auswirkungen auf einzelne Bauvorhaben macht Gropyus keine Angaben.
„Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir eine starke technologische und industrielle Grundlage geschaffen und substanzielle Kundenaufträge in Deutschland und Österreich gewonnen“, kommentiert Gropyus-CEO Philipp Erler. „Die Anträge sind kein Rückzug, sondern ein aktiver Schritt, um diese Substanz zu sichern und Gropyus neu aufzustellen. Unser Fokus liegt auf der Fortführung laufender Projekte, der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und einer tragfähigen Finanzierung, mit der frisches Kapital gezielt in Produktion und Projekte fließt.“
Für die betroffenen Tochtergesellschaften sind Regelinsolvenzverfahren vorgesehen. Sanierungs- und Finanzierungskonzepte liegen laut Gropyus bereits vor. Die weiteren Schritte will das Unternehmen mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern abstimmen, sobald diese gerichtlich bestellt sind.
Zum Zeitplan für die Gespräche mit bestehenden und neuen Kapitalgebern sagt Erler: „Die weit fortgeschrittenen Investorengespräche wollen wir schnell abschließen – noch vor Eröffnung der Verfahren.“
