GIF und GPTI veröffentlichen ein gemeinsames Wertschöpfungskonzept. Es soll Prozesse, Daten und Akteure über den Immobilienlebenszyklus verbinden.
Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (GIF) und die German Platform for Technology and Innovation (GPTI) haben gemeinsam ein Wertschöpfungskonzept für die Bau- und Immobilienwirtschaft entwickelt. Der Referenzrahmen soll Prozesse, Akteure, Daten und Kundenanforderungen über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie miteinander verbinden.
Das Arbeitspapier ist die erste gemeinsame Publikation der beiden Verbände. Ausgangspunkt sind nach deren Angaben unter anderem fragmentierte Prozesse und Verantwortlichkeiten, Medienbrüche sowie unterschiedliche IT- und Datenlandschaften in der Immobilienwirtschaft.
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Das Modell gliedert die Wertschöpfung in neun Stufen und ordnet diese vier übergeordneten Phasen zu: Initiation und Planung, Realisierung und Vermarktung, Bewirtschaftung und Management sowie Abschluss. Damit sollen bislang teilweise getrennt betrachtete Bereiche der Bau- und Immobilienwirtschaft in einer gemeinsamen Systematik abgebildet werden.
Daten, Kunden und ESG als übergreifende Themen
Über sämtliche Wertschöpfungsstufen hinweg definiert das Konzept drei Leitprinzipien: Customer Journey und Kundenzentrierung, Digitalisierung und Daten sowie Nachhaltigkeit und ESG.
Dabei sollen unter anderem Primärkunden und deren Anforderungen für die einzelnen Prozessstufen definiert werden. Durchgängige Datenflüsse und Schnittstellen sollen zudem die Datenverfügbarkeit über den gesamten Immobilienlebenszyklus verbessern. Bestehende Standards wie die GIF-IDA-Standards können nach Vorstellung der Autoren in die Systematik eingebunden werden.
Das Konzept ordnet darüber hinaus verschiedene Marktakteure den jeweiligen Wertschöpfungsstufen zu. Dazu gehören auf strategischer Ebene unter anderem Eigentümer, Fonds-, Investment- und Portfolio-Manager sowie auf operativer Ebene Projektentwickler, Architekten, Bauunternehmen, Asset-, Property- und Facility-Manager. Auch Banken und Kommunen werden berücksichtigt.
„Die Immobilienwirtschaft benötigt eine einheitliche und anschlussfähige Sprache für alle Marktteilnehmer. Mit dem Wertschöpfungskonzept 2026 schaffen wir einen gemeinsamen Referenzrahmen, der Transparenz erhöht, Schnittstellen sichtbar macht und die Grundlage für durchgängige Prozesse und Datenstrukturen schafft“, sagt Prof. Dr. Verena Rock , Präsidentin der GIF.
Leitfaden soll Umsetzung in Unternehmen erleichtern
Bestandteil des Arbeitspapiers ist auch ein Implementierungsleitfaden. Er beschreibt einen möglichen Weg von der Analyse bestehender Prozesse und Datenstrukturen über Pilotanwendungen bis zur schrittweisen Einführung des Konzepts.
„Uns war wichtig, nicht bei einer theoretischen Systematik stehen zu bleiben, sondern einen Ansatz zu entwickeln, der sich auf bestehende Unternehmensstrukturen übertragen lässt. Der Implementierungsleitfaden soll dabei unterstützen, die eigene Ausgangssituation zu analysieren, konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren und das Konzept schrittweise in die Praxis zu überführen“, sagt Heike Gündling von der GPTI.
Das vollständige Arbeitspapier steht auf der GIF-Website zum Download zur Verfügung.
