Blick auf die irische Stadt Cork
Cork verzeichnet das stärkste Mietpreiswachstum in Europa: Die durchschnittliche Miete stieg um 3,60 Euro auf 23,00 Euro pro Quadratmeter. Die irische Stadt bietet zudem eine der höchsten Spitzenrenditen mit 6,0 Prozent. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2024-05-31T08:17:37.802Z Europäische Wohnungspreise stabilisieren sich – Mieten steigen

Catella Research: Trotz stabiler Wohnungspreise in Europa wachsen die Mieten weiter. Hohe Inflation und Finanzierungskosten halten Käufer zurück.

Die Nachfrage nach Wohnraum in den europäischen Großstädten und Ballungsgebieten bleibt hoch und treibt die Mietpreise in die Höhe. Während die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen nach einem Abschwung in den vergangenen Quartalen nun eine Stabilisierungsphase erreicht hat, bleiben Käufer aufgrund der hohen Inflation und gestiegener Finanzierungskosten zurückhaltend. Diese zentralen Ergebnisse stammen aus dem aktuellen Catella Residential Market Overview für das erste Quartal 2024, in dem die Wohnungsmärkte von 63 Städten in 20 europäischen Ländern analysiert wurden.

„Mit der Stabilisierung der Finanzierungskonditionen Ende 2023 nimmt auch die Nachfrage im Wohneigentumssegment wieder etwas zu“, stellt Prof. Dr. Thomas Beyerle, Head of Catella Group Research, fest. „In der Folge scheinen die Preise für Eigentumswohnungen ihren Boden gefunden zu haben. Die geringe Bautätigkeit in ganz Europa wird dazu führen, dass sich dieser Trend voraussichtlich verstetigt. Die Spitzenrenditen haben in einigen Ländern wie Finnland und den Niederlanden ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht und werden in eine Seitwärtsbewegung übergehen.“

Dr. Lars Vandrei, Senior Research Manager bei Catella Residential Investment Management, ergänzt: „Es gibt nach wie vor einen deutlichen Mangel an Wohnungsneubau insbesondere in den europäischen Großstädten und Ballungsgebieten, und aktuelle Baugenehmigungszahlen lassen mittelfristig nicht auf eine Belebung der Baudynamik hoffen. Im Gegenteil, das Problem der Wohnungsknappheit dürfte sich zunächst noch verschärfen und Mieten weiter steigen lassen.“

Mietmarkt: Preiswachstum in Irland am stärksten

In 51 der 63 untersuchten Städte sind die Wohnungsmieten im ersten Quartal 2024 gestiegen. Der Durchschnittswert liegt bei 18,46 Euro pro Quadratmeter im Monat, was einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2023 entspricht.

London führt mit 36,00 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Genf mit 32,00 Euro und Luxemburg mit 30,75 Euro. Die niedrigsten Mietpreise finden sich im belgischen Lüttich mit 10,40 Euro und in Graz mit 10,70 Euro. Irland verzeichnet das stärkste Mietpreiswachstum: In Cork stieg die durchschnittliche Miete um 3,60 Euro auf 23,00 Euro pro Quadratmeter, und in Dublin um 3,10 Euro auf 30,00 Euro.

Eigentumsmarkt: 5.321 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt

Die Preise für Eigentumswohnungen in Europa entwickelten sich unterschiedlich. In 34 der 63 untersuchten Städte stiegen die Kaufpreise im Vergleich zum dritten Quartal 2023. Der Durchschnittswert liegt bei 5.321 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von einem Prozent entspricht.

Das höchste Niveau ist in Genf mit einem Durchschnittspreis von 15.650 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Zürich mit 13.500 Euro und London mit 13.335 Euro. Die niedrigsten Preise gibt es im finnischen Lahti mit 1.560 Euro pro Quadratmeter.

Renditen: Cork, Krakau und Breslau besonders attraktiv

Die durchschnittliche Spitzenrendite für Mehrfamilienhäuser in Europa beträgt im ersten Quartal 2024 4,54 Prozent, ein Anstieg um 18 Basispunkte gegenüber dem dritten Quartal 2023.

In einigen spanischen Städten und in Tallinn sind die Spitzenrenditen zurückgegangen. Die niedrigste Rendite verzeichnet Stockholm mit 1,9 Prozent, gefolgt von Zürich und Genf mit jeweils 2,5 Prozent. Die höchsten Renditen bieten Cork in Irland sowie Krakau und Breslau in Polen mit 6,0 Prozent, gefolgt von Lahti in Finnland mit 5,8 Prozent.

Fokus Deutschland: München an der Spitze

In Deutschland sind die Mieten in allen untersuchten Top-7-Städten gestiegen. München führt mit 22,40 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt am Main mit 18,20 Euro. Düsseldorf hat die niedrigsten Mieten mit durchschnittlich 13,70 Euro.

Bei den Kaufpreisen liegt München ebenfalls an der Spitze mit 9.620 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt am Main mit 6.870 Euro. Die geringste Spitzenrendite in Deutschland bietet München mit 4,1 Prozent, die höchste Düsseldorf mit 4,9 Prozent.

Ein Sonderthema der Catella-Studie ist die Analyse der Europäischen Kommission zu den Reparaturkosten am Gebäudebestand aufgrund klimawandelbedingter Witterung. Im Business-as-usual-Szenario (RCP8.5) könnten bis 2100 in der Europäischen Union rund 880 Milliarden Euro anfallen, mit Kroatien als am stärksten betroffenem Land. Bei einer Senkung der Treibhausgasemissionen (RCP4.5) könnten die Kosten um mehr als 90 Prozent geringer ausfallen.

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zuletzt editiert am 31. Mai 2024
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