Luftaufnahme einer Batteriespeicher-Anlage mit mehreren großen Containern und einem angrenzenden Umspannwerk in einer ländlichen Umgebung.
Der Batteriespeicher von Voltfang in Alsdorf – das Unternehmen wurde 2020 an der RWTH Aachen gegründet. (Quelle: Voltfang)

Energie 2026-01-15T14:37:55.190Z Erster Großspeicher in NRW-Braunkohleregion geht ans Netz

In Alsdorf startet ein Großspeicher mit 20 MWh. Das Projekt stärkt die Netzstabilität und gilt als Modell für weitere Standorte in Deutschland.

In Alsdorf bei Aachen ist eines der größten Batteriespeicherprojekte Nordrhein-Westfalens in Betrieb gegangen. Der neue Großspeicher mit einer Kapazität von 20 Megawattstunden (MWh) wurde vom Speicheranbieter Voltfang realisiert und versorgt künftig rund 2.000 Haushalte. Darüber hinaus übernimmt das System netzdienliche Funktionen wie Regelenergie, Preisflexibilität am Strommarkt und lokales Engpassmanagement.

Betrieben wird die Anlage vom Energieinfrastruktur-Spezialisten Icecreek Energy. Der Batteriespeicher ist direkt an das Mittelspannungsnetz des Verteilnetzbetreibers Regionetz angebunden und soll sowohl die Integration erneuerbarer Energien als auch die Versorgungssicherheit in der Region stärken.

Das Projekt zeigt, wie kommunale Energieinfrastruktur zur Umsetzung der Energiewende beitragen kann. Alsdorf ist Teil der ehemaligen Braunkohleregion und steht exemplarisch für die Transformation von Energieregionen in Nordrhein-Westfalen.

„Die Umsetzung von Projekten in dieser Größenordnung erfordert gute Planung, skalierbare Batteriekompetenz und solide Finanzierung. Gemeinsam mit Icecreek Energy, Regionetz und der Stadt Alsdorf haben wir gezeigt, dass Voltfang alle relevanten Akteure an einen Tisch bringen kann und damit einen messbaren Beitrag zur Energiewende leistet“, so David Oudsandji, Mitgründer und CEO von Voltfang.

Zusätzliche Impulse verspricht die im Jahressteuergesetz 2024 vorgesehene Regelung zur Gewerbesteuer: 90 Prozent der Einnahmen aus Energiespeicheranlagen sollen bei der Standortkommune verbleiben. Dies ermögliche gezielte Investitionen in soziale Infrastruktur oder Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und erhöhe die lokale Akzeptanz, so die Projektbeteiligten.

Das Projekt in Alsdorf ist Teil einer übergeordneten Strategie. Für das Jahr 2026 kündigt Voltfang den Baubeginn von vier weiteren Großspeichern an. Die Finanzierung erfolgt über eine langfristige Partnerschaftsstruktur mit institutionellen Investoren. Bis 2029 sollen Investitionen im dreistelligen Millionenbereich umgesetzt werden. Alle neuen Standorte basieren auf einem standardisierten technischen Konzept und sollen zügig repliziert werden können.

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zuletzt editiert am 15. Januar 2026