Am kommenden Freitag ist Anstoß der Heim-EM. Die meisten Spielstätten wurden bereits während der Weltmeisterschaft im Sommer 2006 genutzt. Wie sich in der Nachbarschaft seitdem die Immobilienpreise verändert haben, zeigt eine Immoscout24-Analyse.
Wer in Stadionnähe wohnt, kann sich auf EM-Trubel in der Nachbarschaft freuen. Viele werden sich an die Weltmeisterschaft von 2006 erinnern. Was sich seitdem geändert hat, sind die Immobilienpreise. Sie sind gestiegen. In einigen Städten erheblich, in anderen aber auch überraschend moderat.
„Ein Fußballsommer steht uns bevor, der sicherlich ausgelassen gefeiert wird“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. „Eigentümer:innen in Stadionnähe können sich über erhebliche Wertsteigerung freuen. Doch für Fußballfans, die jetzt kaufen wollen, ist es zum Teil deutlich teurer geworden: In Leipzig ist Eigentum in Stadionnähe zum Beispiel für Käufer:innen kostspieliger als in Stuttgart und Frankfurt am Main.“
Kaufpreise am Berliner Olympiastadion um über 250 Prozent gestiegen
In der Nähe des Münchener Stadions in Fröttmaning ist der Quadratmeterpreis mit 8.266 Euro besonders hoch. Am zweitteuersten sind Eigentumswohnungen am Berliner Olympiastadion. Der Quadratmeter wird für 6.074 Euro angeboten. Dort ist die Verteuerung um 262 Prozent gegenüber 2006 auch am stärksten. Zu Zeiten der letzten Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland war Wohneigentum in Berlin im Vergleich mit den anderen Städten ein Schnäppchen: Der Quadratmeter wurde für 1.678 angeboten. Weniger wurde nur in der Nähe vom Stadion in Leipzig (1.450 Euro) und im Ruhrpott (1.122 Euro in Nähe der Arena Auf Schalke und 1.211 Euro beim Dortmunder Westfalenstadion) abgerufen.

Trotz eines Preisanstiegs von 104 Prozent gehört die Nachbarschaft vom Stadion in Frankfurt am Main inzwischen nicht mehr zu den teuersten. Der Quadratmeter wird derzeit für 4.105 Euro angeboten. Günstiger sind die Preise nur noch in Gelsenkirchen (1.941 Euro) und Dortmund (2.545 Euro). Während der Heim-WM 2006 war der Frankfurter Quadratmeterpreis in Stadionnähe mit 2.017 Euro der drittteuerste nach München (2.789 Euro) und Köln (2.759 Euro).
Stadionnähe ist für Mietsuchende im Ruhrpott besonders günstig
Die Miete einer Bestandswohnung in der Nähe des Münchener Stadions liegt bei rund 20 Euro pro Quadratmeter. Das ist dreimal so viel, wie in der günstigsten Stadion-Nachbarschaft an der Gelsenkirchener Arena Auf Schalke (6,31 Euro). Mehr als 15 Euro Miete kostet der Quadratmeter nahe der Düsseldorf Arena (15,94 Euro) und dem Berliner Olympiastadion (15,24 Euro). Mit unter zehn Euro pro Quadratmeter ist der Mietpreis besonders günstig in der Nachbarschaft des Dortmunder Stadions (9,40 Euro) und beim Stadion in Leipzig (9,90 Euro).

Die Entwicklung der Mietpreise zwischen 2006 und 2024 war in Berlin besonders stark. Dort ist der Mietpreis um 122 Prozent gestiegen. Überraschungen gibt es in der Umgebung des Kölner Stadions. Durchschnittlich wird ein Mietpreis von 14,71 Euro pro Quadratmeter verlangt. Seit der Heim-WM 2006 stiegen die Preise nur um 31 Prozent. So ist die Lage nicht mehr die zweitteuerste wie noch 2006.