Wenige Wochen nach der Präsentation des Entwurfs für die Theodor-Heuss-Brücke von RKW Architektur und JLL folgen nun die nächsten visionären Pläne für Düsseldorf: Centrum will die Rampe zum Rheinalleetunnel überbauen. Gemeinsam mit Structurelab Architekten präsentiert der Düsseldorfer Projektentwickler den neuartigen "Lärmschutzdeckel".
Oberkassel soll näher an den Rhein rücken: Mit der Überbauung der Rampe zum Rheinalleetunnel soll nach einem Entwurf von Structurelab der Verkehr hinter der Rheinkniebrücke unter einem Deckel verschwinden und Platz für Gastronomie, Kunst und zum Verweilen geschaffen werden. Das Vorhaben habe nicht nur einen Mehrwert für Düsseldorf, sondern sei auch richtungsweisend für nachhaltige städtebauliche Entwicklungen in anderen Städten, heißt es im Rahmen der Präsentation.

Die 350 Meter lange Überbauung der Rampe könne gleich mehrere Funktionen erfüllen: So werde sich die Dachbegrünung nahtlos in die Uferlandschaft einpassen. Die Fußgänger würden zugleich einen besseren Zugang zu den Rheinwiesen erhalten und Oberkassel werde vom Verkehrslärm entlastet. Mit dem Neubau schlägt Centrum vor, bislang vergeudete Ressourcen der Verkehrsschneise zu nutzen und auf rund 7.000 Quadratmetern Raum für neue Nutzungen zu erschließen. Für eine hohe Aufenthaltsqualität soll nicht nur die Dachlandschaft sorgen, sondern auch die Gebäudebögen darunter. Sie sollen große Glasfronten mit fantastischem Blick auf den Rhein erhalten.
Centrum will Projekt auf eigene Kosten realisieren und betreiben
Centrum hat seine Vision in der vergangenen Woche bereits der Stadt präsentiert und bietet an, das Gebäude auf eigene Kosten zu errichten und zu betreiben. Centrum-Inhaber Uwe Reppegather sagt: „Ich sehe gute Chancen für die Realisierbarkeit der Überbauung, wenn sich die Stadt dafür entscheidet. Ich will der Stadt etwas zurückgeben.“

Die Äußerungen der Politik zu seinem Vorstoß seien positiv. So habe Oberbürgermeister Stephan Keller gesagt: „Das ist eine sehr gute Idee.“ Auch Bezirksbürgermeister Rolf Tups sei „positiv überrascht“ und lobt den filigranen, wellenförmigen Entwurf in Rheinnähe. Er wolle prüfen, ob dort das Deutsche Foto-Institut untergebracht werden könnte.
Centrum hat von der Stadt Unterlagen zum Rheinalleetunnel aus den 1960er-Jahren angefordert, um im nächsten Schritt die technische Umsetzbarkeit einer Überbauung auszuarbeiten.