Der Difi stabilisiert sich im zweiten Quartal. Banken erhöhen die Beleihungsausläufe und verbessern die Finanzierungskonditionen für Value-add-Projekte.
Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi) hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert. Der von JLL und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erhobene Index steigt um 1,1 Punkte auf minus 8,0 Punkte. Während die aktuelle Finanzierungslage so kritisch bewertet wird wie seit zwei Jahren nicht mehr, blicken die befragten Finanzierungsexperten deutlich optimistischer auf die kommenden sechs Monate.
„Die Daten bilden die Verunsicherung durch die geopolitischen Spannungen sehr klar ab. Nach Ausbruch des Iran-Kriegs im Februar herrscht am Markt eine ausgeprägte Zurückhaltung. Gleichzeitig sehen die Fachleute aber Licht am Ende des Tunnels. Unsere Sonderfrage zu den Beleihungskennzahlen belegt, dass die Institute wieder in die Offensive gehen wollen", sagt Helge Scheunemann, Research-Chef bei JLL.
Banken erhöhen Beleihungsausläufe
Besonders deutlich zeigt sich der Stimmungswechsel bei den Finanzierungskonditionen. Nach der Sonderbefragung steigen die Loan-to-Value-Ratios (LTV) in nahezu allen Assetklassen.
Bei Core-Immobilien erreichen Wohnimmobilien mit durchschnittlich 73,6 Prozent weiterhin die höchsten Beleihungsausläufe. Im Value-add-Segment legen die LTVs ebenfalls über nahezu alle Nutzungsarten zu. Gleichzeitig sinken dort die Kreditmargen, insbesondere bei Logistik-, Einzelhandels- und Hotelimmobilien.
„Die Kombination aus höheren Beleihungsgrenzen und gleichzeitig sinkenden Zinsaufschlägen im Value-add-Segment ist ein gutes Zeichen für den Finanzierungsmarkt“, erklärt Dominik Rüger, Senior Director Debt Advisory bei JLL Germany. „Die Kreditinstitute positionieren sich offensiv für die erwartete Markterholung und konkurrieren aktiv um attraktive Transaktionen. Das schafft bessere Konditionen für Kreditnehmer und gibt dem Markt wichtige Impulse.“
Logistik gewinnt, Büros bleiben unter Druck
Je nach Nutzungsart fällt das Bild unterschiedlich aus. Logistik verbessert sich um mehr als 16 Punkte und notiert mit 4,5 Punkten erstmals seit längerer Zeit wieder im positiven Bereich.

Wohnimmobilien bleiben trotz eines Rückgangs mit 10,4 Punkten die am besten bewertete Assetklasse. Hotels und Einzelhandel verbessern sich ebenfalls. Büros bleiben dagegen mit minus 38,6 Punkten das Schlusslicht. Für die kommenden sechs Monate rechnen die Befragten allerdings auch hier mit einer spürbaren Verbesserung.