Schwarzweißaufnahme mit dem Hauptmotiv Hochhäuser: Tiefblick auf moderne Bürohochhäuser mit Glasfassaden, klaren geometrischen Linien und leichten Spiegelungen; eine Straßenlaterne ist im linken Bildbereich sichtbar und verstärkt die urbane Atmosphäre.
Die Finanzierungsbereitschaft am Immobilienmarkt hat sich im zweiten Quartal 2026 deutlich verschlechtert. (Quelle: Pixabay)

Finanzierung 2026-07-06T06:49:23.954Z Stimmung der Immobilienfinanzierer bricht ein

Das BF-Quartalsbarometer fällt auf den tiefsten Stand seit mehreren Quartalen. Finanzierer blicken deutlich pessimistischer auf das Marktumfeld.

Die Stimmung unter gewerblichen Immobilienfinanzierern in Deutschland hat sich im zweiten Quartal 2026 spürbar eingetrübt. Das geht aus dem aktuellen BF-Quartalsbarometer hervor, das die BF.direkt AG gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute erstellt.

Der Stimmungsindikator fiel von minus 9,74 Punkten im ersten Quartal auf minus 25,97 Punkte. Die Befragung wurde zwischen dem 8. und 16. Juni 2026 unter 38 Immobilienfinanzierern durchgeführt. Nach Angaben der Studienautoren signalisiert der Wert eine deutlich eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft.

Finanzierungsbedingungen und Neugeschäft verschlechtern sich

Die Teilnehmer bewerteten mehrere Marktindikatoren negativer als noch zu Jahresbeginn. So gaben 46,15 Prozent der Befragten an, dass sich die Finanzierungsbedingungen gegenüber dem Vorquartal verschlechtert hätten. Im ersten Quartal lag dieser Anteil noch bei 27,27 Prozent.

Auch beim Neugeschäft nahm der Pessimismus zu. Während im ersten Quartal kein Teilnehmer von rückläufigem Neugeschäft berichtete, lag dieser Anteil im zweiten Quartal bei 23,08 Prozent. Gleichzeitig verschob sich das Geschäft hin zu kleineren Finanzierungen. Größere Kreditvolumina zwischen 50 und 100 Millionen Euro sowie über 100 Millionen Euro gingen laut Umfrage zurück.

Zudem gewinnen Risikoabteilungen bei Kreditentscheidungen an Einfluss. Knapp 27 Prozent der Befragten gaben an, dass Entscheidungen überwiegend von Risikomanagern geprägt wurden. Im Vorquartal lag dieser Wert noch deutlich niedriger.

Nahost-Konflikt belastet die Erwartungen

Professor Dr. Steffen Sebastian, wissenschaftlicher Berater des BF-Quartalsbarometers, sieht die Ursachen vor allem in den geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Monate: „Die Ergebnisse sind vor allem mit dem Irankrieg und seinen Folgen zu erklären. Der Energiepreisschock wirkt inflationserhöhend, was wiederum die Angst vor steigenden Zinsen nach sich zieht.“

Auch die BF.direkt beobachtet einen Stimmungsumschwung im Verlauf des Quartals. CEO Francesco Fedelekommentiert: „Viele Finanzierer reagierten zunächst gelassen. Diese Gelassenheit ist aber im Verlauf des Q2 verschwunden und hat zum Einbruch der Stimmung und damit des Barometers geführt.“

Mehr Problemkredite, weniger Wettbewerb

Nach Angaben des Handelsblatt Research Institute berichten zudem mehr Marktteilnehmer von steigenden Anteilen notleidender Kredite. Der Anteil der Befragten, die eine Zunahme der Non-Performing Loans (NPL) beobachten, stieg von 18,18 auf 30,77 Prozent. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb um Finanzierungen nach Einschätzung vieler Befragter ab. Dies deutet aus Sicht der Studienautoren auf eine insgesamt vorsichtigere Kreditvergabe hin.

Fabio Carrozza, Chief Sales Officer der BF.direkt AG, sagt: „Wir sehen aktuell, dass viele Banken ihr Neugeschäft deutlich selektiver steuern und parallel verstärkt mit Problemkrediten im Bestand beschäftigt sind. Beides bindet Ressourcen und reduziert die Bereitschaft, neue Finanzierungen einzugehen.“

Weniger Bewegung zeigte sich bei Margen sowie Beleihungsausläufen. Die durchschnittlichen Loan-to-Value-Quoten im Bestand lagen über alle Nutzungsarten hinweg bei 64,2 Prozent. Bei Projektentwicklungen erreichten die Loan-to-Cost-Quoten durchschnittlich 66,3 Prozent.

Die Margen reichten im Bestandssegment von 135 Basispunkten bei Wohnimmobilien bis 184,3 Basispunkten bei Logistikobjekten. Im Bereich der Projektentwicklungen bewegten sie sich zwischen 252,7 Basispunkten für Wohnprojekte und 301,1 Basispunkten für Büroentwicklungen.

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zuletzt editiert am 06. Juli 2026
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