Atemberaubende Aussicht auf die Skyline einer Großstadt mit Hochhäusern bei Sonnenuntergang, die die Gebäude in ein goldenes Licht taucht.
Wieder mehr Licht als Schatten? Der Investmentmarkt hat zumindest die Talsohle erreicht. Doch wie geht es weiter? (Quelle: iStockphoto)

Investment 2024-07-12T12:21:00.881Z „Der Mutige wird belohnt“

Der Investmentmarkt der Zukunft wird komplizierter. Oder umgekehrt: Expertise in allen Bereichen ist wieder gefragt.

Die Talsohle scheint durchschritten. Das zeigen zumindest die Zahlen, die wir Ihnen diese Woche bereits vorgestellt haben. Für das Jahresende erwartet Dr. Jan Lisin, Head of Research bei CBRE, ein Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro. Die Spitzenrenditen steigen wieder. Weitere Renditeanpassungen erwartet Lisin hingegen nicht - außer bei Logistik.

Zunehmend aktiv seien derzeit vor allem Family Offices. Diese hätten wenig Lust, sich aufwändigen Bieterverfahren zu unterziehen, so Henning Koch, Vorstandsvorsitzender der Commerz Real. Er freut sich vor allem über Chancen am Markt, die es in den vergangenen Jahren kaum gegeben hätte. Hier schlägt die Verfügbarkeit den Preis. Erst im April konnte das Unternehmen in der Maximilianstraße und der Falkenturmstraße in der Münchner Innenstadt zuschlagen. Für die Commerz Real ein „rares Juwel“.

Zu den Gewinnern der aktuellen Marktphase gehört der Einzelhandel. Das überrascht Lars Heese, Managing Director bei Redevco, nicht. Die Preise seien nicht substanziell gefallen, so Heese. Vor allem Multi-Tenant-Fachmarktzentren profitierten von der Krise. Einen großen Knall erwartet er nicht mehr. Die Shoppingcenter sind wohl die einzigen Sorgenkinder des Einzelhandels. Unsere Redaktion war kürzlich selbst im Skyline-Plaza im Frankfurter Europaviertel unterwegs. Ein trauriger Anblick.

Axel Vespermann, Managing Director bei Universal Investment, spürt hingegen wenig von dem oftmals zurückhaltenden Engagement institutioneller Investoren auf den Immobilienmärkten. Die Investoren würden an ihren Immobilienquoten festhalten, da sie sich langfristig als sehr robust erwiesen hätten. Vor allem Core-Objekte ohne Vermietungsprobleme seien gefragt. Sie böten stabile Cashflows. Geografisch erwartet Vespermann ein eher zurückhaltendes Engagement in Deutschland. Eher würden Investoren in Asien oder im pazifischen Raum investieren.

Wie wird der nächste Zyklus aussehen?

Das fundamentale Immobiliengeschäft gepaart mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wird den Markt beschäftigen. Einspeisevergütung, grüne Energie und die Senkung der Betriebskosten stehen für Koch ganz oben auf der Liste. Für Heese werden sich vor allem die Innenstädte anpassen müssen. Neue Konzepte und Nutzungsformen werden kommen, bei denen die Immobilie mitziehen muss. Dabei wird vor allem der technische Fortschritt helfen. Wie dieser genau aussehen wird, ist allerdings noch offen. Für Vespermann geht es vor allem um die Diversifizierung der Portfolios. Risikomanagement und Risikoaversion werden im kommenden Zyklus eine große Rolle spielen. Sowohl geografisch als auch in Bezug auf Anlageklassen. Für Lisin wird es vor allem der Mutige sein, der jetzt Kapital in die Hand nimmt, um Chancen zu nutzen. Dazu gehört für ihn auch das Trianon.

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zuletzt editiert am 12. Juli 2024
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