
2026-08-06T12:13:11.314Z Demografischer Wandel als Investmentthese
Warum Senior Living strukturell unterinvestiert ist und was institutionelle Investoren jetzt tun sollten. Von Alexander Fröse
Es gibt Investmentthesen, die auf Hoffnung basieren. Und es gibt Investmentthesen, die auf Mathematik basieren. Die demografische Entwicklung in Deutschland und Europa gehört zur zweiten Kategorie. Sie ist keine Prognose, die sich noch bewahrheiten muss. Sie ist eine Realität, die sich bereits im Bevölkerungsregister abbildet. Und dennoch ist Senior Living, also die Gesamtheit aus vollstationärer Pflege, betreutem Wohnen und Assisted Living, eine der am meisten unterinvestierten Assetklassen im institutionellen Immobilienportfolio.
Das ist kein Widerspruch. Es ist eine Marktineffizienz. Und Marktineffizienzen existieren so lange, bis genügend Kapital sie beseitigt. Im Fall von Senior Living in Deutschland sprechen wir von einem Jahrzehnt verpasster Allokation und von einem Fenster, das sich gerade jetzt, in einer Phase der Marktbereinigung und des Angebotsschocks, für informierte Investoren öffnet.
Die demografische Realität: Zahlen, die nicht lügen
Deutschland zählt heute rund 4,2 Millionen Pflegebedürftige. Bis 2040 wird diese Zahl nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf über 5,6 Millionen ansteigen. Das ist ein Zuwachs von mehr als 30 Prozent innerhalb von zwei Jahrzehnten. Der Treiber dahinter ist eindeutig: Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit erreichen ab Mitte der 2020er Jahre das Alter, in dem Pflegebedürftigkeit statistisch signifikant zunimmt.
Besonders relevant für stationäre Pflegeeinrichtungen ist die Gruppe der über 80-Jährigen. Heute leben in Deutschland rund 6,1 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe. Bis 2050 wird sich
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