Die Deutsche Allianz für Serielle Sanierung sieht regulatorische Hürden als Bremsklotz und schlägt drei konkrete Reformen vor.
Die Deutsche Allianz für Serielle Sanierung (DASS) fordert bundeseinheitliche Regelungen, um serielle Sanierungen einfacher und schneller umsetzen zu können. In einem Webinar mit baupolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen stellte das Bündnis drei konkrete Vorschläge vor. Sie betreffen Abstandsflächen bei energetischen Fassadensanierungen, Photovoltaikpflichten auf Dächern sowie die Einführung technischer Baubestimmungen.
„Serielle Sanierung kann ihre Stärken vor allem dann voll entfalten, wenn regulatorische Hürden abgebaut und Planungsprozesse harmonisiert werden“, so DASS-Sprecher Alexander Fuchs. „Für bundesweit agierende Unternehmen werden durch uneinheitliche Verfahren in den Bundesländern die Bauprojekte je nach Standort unnötig verteuert und verkompliziert.“
Uneinheitliche Vorgaben erschweren Sanierungen
Nach Auffassung der DASS führen unterschiedliche Landesregelungen zu zusätzlichem Planungs- und Genehmigungsaufwand. Als Beispiel nennt die Allianz die energetische Außendämmung. Zwar seien entsprechende Maßnahmen in den Ländern grundsätzlich verfahrensfrei, in dicht bebauten Quartieren verhinderten jedoch häufig Abstandsflächen die Umsetzung. Nordrhein-Westfalen habe hierfür bereits eine nachbarrechtliche Duldungsregelung geschaffen. Eine vergleichbare Lösung sollte nach Ansicht der Allianz bundesweit gelten.
Auch bei Photovoltaikpflichten sieht die DASS Handlungsbedarf. Unterschiedliche Vorgaben der Länder – von verpflichtender Installation bis hin zu PV-ready-Regelungen – erschwerten insbesondere bundesweit tätigen Unternehmen die Planung. Gefordert werden einheitliche Definitionen, klare Flächenregelungen und abgestimmte Ausnahmetatbestände.
Als dritte Reform schlägt die Allianz einen Genehmigungsautomatismus für neue technische Baubestimmungen vor. Hintergrund ist, dass neue Richtlinien des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) derzeit zeitversetzt in die Landesregelwerke übernommen werden. Dadurch müssten serielle Holzbaulösungen je nach Bundesland unterschiedlich genehmigt werden. Brandenburg und Sachsen verfügten bereits über entsprechende Automatismen.
Sanierungsquote bleibt deutlich hinter dem Ziel
Die Allianz begründet ihre Forderungen mit dem hohen Modernisierungsbedarf im Gebäudebestand. Nach den im Webinar vorgestellten Zahlen liegt die Sanierungsquote derzeit bei lediglich 0,67 Prozent und damit deutlich unter dem angestrebten Wert von zwei Prozent. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten deutlich mehr Gebäude energetisch modernisiert werden.
Serielle Sanierungen gelten dabei als ein möglicher Hebel. Industriell vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente sollen Bauzeiten verkürzen, den Fachkräftebedarf reduzieren und Sanierungen im bewohnten Zustand ermöglichen. Nach Angaben der DASS sind inzwischen rund 150 Projekte abgeschlossen, weitere 90 befinden sich im Bau und rund 280 in Planung oder Vorbereitung.
