Der Dresdner Striezelmarkt – hier hat sich der Glühweinpreis laut Catella von vier auf 4,50 Euro verteuert („nur“ 12,5%). In anderen deutschen Städten muss man tiefer in die Tasche greifen. (Quelle: iStockphoto)

Standorte & Märkte 2023-12-19T06:00:00Z Von Lebkuchenhäusern und teurem Glühwein

Glühweinpreise, süße Kapitalanlagen und Transaktionen mit himmlischem Beistand: Dr. Thomas Beyerle präsentiert den Weihnachts-Tracker 2023 von Catella.

Es geht ein außergewöhnliches Jahr zu Ende. Wenngleich, waren die letzten Jahre mit Null-Zins-Umfeld, stetig steigende Immobilienwerte gewöhnlich? Eher nein, Normalität kehrt nunmehr ein. Doch nein, das stimmt auch nicht: Fachkräftemangel bei den Weihnachtselfen, Rentierkulinarik (Gras, junge Triebe, Blätter und Rinde) tagelang unter einer geschlossenen Schneedecke bei den angeblich wintererprobten Südbajuwaren – die Deutsche Bahn bietet auch keine Alternative. Die Nordmanntanne kostet in der aktuellen Saison zwischen 21 bis 29 Euro pro Laufmeter.

Allerdings sind auch viele neue Weihnachtsmärkte – wieder – entstanden. Begleitet mit einem Tag Akustikboykott (GEMA lässt grüßen) und bei – fast allen – der kollektive Schock der „dynamischen Preisentwicklung“. Bratwurst (vegan) 7,00 Euro (für Normale Carnivoren 5,00 €), „Wildbret-Leberkäsweckla“ (8,00 €) - Glühwein (Kanisterware) 5,50 Euro nach oben (also mit Schuss und Winzerinput) keine Grenze mehr dokumentierbar.

Zwischenfazit nach drei Adventswochenenden: wir sind quasi bankrott, aber glücklich. Budget überzogen, bei gleichzeitig weniger Warenumsatz: inverse Deflation wäre die Bezeichnung (vom Synonym „Inflation“ geht aktuell ein schlechtes Karma aus). Allerdings, es hat ja schon geschmeckt, und der oben bemängelte Schnee hat im Klimawandel für eine super Stimmung am zweiten Adventswochenende gesorgt, der Rest ist Regen (unsere Prognose für den 24.12.2023).

Auf vielfachen Wunsch erneut im Programm: Die Karte des Schreckens. Und bevor jetzt wieder E-Mails kommen: Ja, auch wir kennen die Mütter der F-Jugend, die Jugendfeuerwehr und die vielen Vereine, die es deutlich günstiger anbieten. Nur der Rotary- und Lions-Club versuchen sich mit einer Hochpreisstrategie und einem emotionalen „Öffnet die Herzen und Geldbeutel beim Kauf einer Waffel“. Aber Mitnahme- und Vorzieheffekte aufgrund eines Inflationsarguments und der vorgezogenen Zahlungsbereitschaft „ab Januar wird es noch teurer nach der Wiedereinführung des guten alten 19-Prozent-Mehrwertsteuersatzes auf Speisen“ sind eben zwei Seiten einer Medaille.

Zutaten und Highlights im Catella-Weihnachtsmarkttracker 2023:

  • Karte der Preistreiberei – Warum wir knapp vor der Insolvenz stehen
  • GEMA fort – besser schon 70 Jahre tot sein
  • Die süße Kapitalanlage – inkl. KI-Bild wie Catella wirklich ist
  • Transaktionen mit himmlischem Beistand
  • Glühwein – die wahren Kosten

Sie sehen: Advents-Ökonomie kann auch vielschichtig sein und erheitert auch ohne Bratwurst für fünf Euro. Deshalb, viel Spaß beim Lesen, Reflektieren und hoffentlich Schmunzeln. Wir wünschen uns allen Frieden, ein Frohes Fest, einen guten Rutsch und viel Optimismus und Gesundheit für 2024. Und ja, die Märkte erholen sich wieder Ende Q2 – die Glühweinpreise nicht.

Der Weihnachts-Tracker von Catella liegt hier kostenfrei zum Download (1 MB - PDF) bereit.

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zuletzt editiert am 18. Dezember 2023
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