Ein helles und modernes Open-Space-Büro, in dem Mitarbeiter an einer Wandtafel arbeiten, sich an Stehtischen austauschen und in flexiblen Bereichen kollaborieren, ergänzt durch begrünte Raumtrenner und funktionale Schließfächer.
Allein konzentriert oder gemeinsam im Team: Gefragt sind Büros, die für jede Tätigkeit den passenden Ort bieten. (Quelle: Peter Neusser)

Standorte & Märkte 2026-10-19T09:36:27.143Z Büroauslastung steigt, Flächenbedarf unter Druck

Laut Drees & Sommer steigt die Büropräsenz deutlich. Dennoch erwarten 54 Prozent der Befragten weniger Fläche pro Arbeitsplatz.

Die Büros in Deutschland werden wieder stärker genutzt. Laut dem aktuellen Workspace Benchmark Report 2026/27 von Drees & Sommer schätzt die größte Gruppe der Befragten die Auslastung ihrer Büroflächen auf 61 bis 70 Prozent. In der vorherigen Erhebung 2023/24 lag dieser Wert noch zwischen 30 und 40 Prozent. Gleichzeitig steigt die Büropräsenz tendenziell von zwei auf drei Tage pro Woche.

Besonders hoch fällt die Auslastung in der Immobilienbranche aus. Hier geben mehr als die Hälfte der Befragten Werte zwischen 61 und 80 Prozent an. Mobiles Arbeiten bleibt dennoch fest etabliert: Für 69 Prozent der Studienteilnehmer gehören zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche zum Arbeitsalltag.

Attraktive Büroflächen werden stärker genutzt

Wie häufig Beschäftigte ins Büro kommen, hängt der Studie zufolge auch von der Qualität der Arbeitsumgebung ab. Als sehr attraktiv bewertete Büros erreichen eine durchschnittliche Auslastung von 63 Prozent, während wenig attraktive Flächen lediglich auf 48 Prozent kommen. Insgesamt beurteilen rund 72 Prozent der Befragten ihre Büroflächen als attraktiv bis sehr attraktiv.

Gefragt sind vor allem Arbeitsumgebungen, die unterschiedliche Tätigkeiten unterstützen. Dazu gehören Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten, Flächen für die Zusammenarbeit und Bereiche für informelle Begegnungen. Auch die technische Ausstattung spielt eine wichtige Rolle. Sind mindestens drei Viertel der Besprechungsräume mit Videotechnik ausgestattet, liegt die Zufriedenheit damit bei 75 Prozent. Bei einer Ausstattungsquote von höchstens 25 Prozent sind es lediglich 39 Prozent.

„Menschen kommen heute nicht mehr ins Büro, um ungestört ihre Aufgaben abzuarbeiten. Sie kommen, weil es einen konkreten Anlass gibt und das Nutzererlebnis überzeugt“, sagt Sven Mylius, Associate Partner und Experte für New-Work-Konzepte bei Drees & Sommer. „Damit wandelt sich die Rolle des Büros: Es wird zunehmend zum sozialen und kollaborativen Mittelpunkt der Arbeitswelt.“

Mehr Präsenz bedeutet nicht mehr Flächenbedarf

Trotz steigender Büroauslastung rechnen 54 Prozent der Befragten damit, dass die Fläche pro Arbeitsplatz künftig sinkt. Lediglich elf Prozent erwarten einen steigenden Bedarf. Besonders ausgeprägt ist die Erwartung einer Flächenreduktion im Infrastruktursektor, wo 68 Prozent der Teilnehmenden mit einem Abbau von Büroflächen rechnen.

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Ein wesentlicher Faktor ist das Desksharing. Bereits 75 Prozent der Befragten nutzen gemeinsam belegte Arbeitsplätze vollständig oder in Teilen ihrer Unternehmen. Mehr als die Hälfte derjenigen, die Desksharing einsetzen, geht davon aus, dass das Prinzip künftig noch stärker genutzt wird.

Datengestützte Flächensteuerung gewinnt an Bedeutung

Um Büroflächen effizienter zu nutzen, setzen Unternehmen zunehmend auf die Auswertung von Nutzungsdaten. Laut Studie verwenden 63 Prozent der Befragten entsprechende Space-Analytics-Anwendungen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße: Während 85 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten ihre Flächennutzung datengestützt analysieren, sind es bei Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden lediglich 38 Prozent.

In der Praxis beschränken sich die Auswertungen häufig auf Daten aus Buchungssystemen. Sensoren oder Bewegungsanalysen zur aktiven Flächensteuerung kommen dagegen bislang nur vereinzelt zum Einsatz.

Neben der technischen Ausstattung spielt auch die Unternehmenskultur eine Rolle. 92 Prozent der Befragten sehen Führungskräfte als zentralen Erfolgsfaktor bei der Einführung neuer Arbeitswelten. Knapp 80 Prozent schreiben der Arbeitsumgebung einen hohen Einfluss auf die Unternehmenskultur zu.

Für den Workspace Benchmark Report 2026/27 befragte Drees & Sommer zwischen Mai und Juni 2026 insgesamt 207 Personen aus 17 Branchen. Die vierte Ausgabe der Untersuchung betrachtet die Entwicklung moderner Arbeitswelten unter anderem anhand von Flächennutzung, Technologie und organisatorischen Rahmenbedingungen.

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zuletzt editiert am 19. Oktober 2026
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