Eine beeindruckende Außenaufnahme einer modernen Hochhaus-Architektur im Geschäftsviertel von Brüssel, umgeben von einer grünen Parkanlage an einem sonnigen Tag.
Das ZIN in Brüssel gewinnt den Internationalen Hochhaus Preis 2026/27. (Quelle: Kirsten Bucher)

Projekte 2026-11-03T11:50:34.961Z Brüsseler ZIN gewinnt Internationalen Hochhaus Preis

Das umgebaute World Trade Center in Brüssel erhält den Internationalen Hochhaus Preis 2026/27. Die Jury würdigt den Erhalt der Bausubstanz.

Das gemischt genutzte Hochhaus ZIN in Brüssel ist mit dem Internationalen Hochhaus Preis 2026/27 ausgezeichnet worden. Die internationale Jury kürte das Projekt der Architekturbüros 51N4E, l'AUC und Jaspers-Eyers Architects einstimmig zum Sieger. Ausschlaggebend waren insbesondere die Umnutzung bestehender Gebäudestrukturen, die Kombination unterschiedlicher Nutzungen und die Einbindung in das städtische Umfeld. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Das Projekt entstand aus der Transformation zweier ehemaliger World Trade Center-Türme im Brüsseler Nordquartier. Anstatt die Bestandsgebäude vollständig abzureißen, wurden ihre Erschließungskerne und Untergeschosse erhalten und in die neue Struktur integriert. Ein zwischen den Türmen eingefügter Gebäudeteil verbindet die beiden Hochhäuser zu einer Einheit.

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Das ZIN vereint Büroflächen, Wohnungen, ein Hotel und Einzelhandelsnutzungen. Zu den öffentlich zugänglichen Bereichen gehören unter anderem eine Sporthalle und ein Dachgarten. Auch ein Gewächshaus ist Teil des Konzepts. Die flämische Regierung hat ihren Sitz in das Gebäude verlegt.

Bei der Umgestaltung spielte neben der Nutzungsmischung auch die Wiederverwendung vorhandener Bausubstanz eine zentrale Rolle. Nach Angaben der Projektbeteiligten erreichten 95 Prozent der neu verwendeten Materialien eine Cradle-to-Cradle-Zertifizierung. Das Gebäude soll zugleich einen Beitrag zur Weiterentwicklung des bislang überwiegend durch Büroimmobilien geprägten Brüsseler Nordquartiers leisten.

Birgit Dietl-Benzin, Vorständin der DekaBank, sieht darin ein Beispiel für die langfristige Entwicklung von Immobilienbeständen: „ZIN in Brüssel ist aus Sicht eines langfristigen Investors ein beispielhaftes Projekt für die Zukunft: Es verbindet den ressourcenschonenden Umgang mit bestehender Bausubstanz, flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine starke städtebauliche Wirkung. Damit zeigt ZIN, warum die Transformation von Bestandsgebäuden immer mehr zu einem zentralen Bestandteil nachhaltiger und langfristig wertstabiler Immobilieninvestments wird.“

Jury legt Fokus auf städtebauliche Wirkung

Bei der zwölften Vergabe des Internationalen Hochhaus Preises stand die Frage im Mittelpunkt, welchen Beitrag Hochhäuser künftig für ihre Umgebung leisten können. Neben architektonischen und funktionalen Kriterien berücksichtigte die Jury insbesondere die langfristige Nutzbarkeit, öffentliche Zugänglichkeit und Integration in bestehende Stadtstrukturen.

Brian Yang, Vorsitzender der Jury, begründete die Entscheidung: „Hochhäuser sollen nicht länger nur hoch aufragende Symbole der Macht sein. Es geht vielmehr darum, die Macht zu transformieren, zu verändern und auf eine Situation zu reagieren. Ich glaube, es ist wichtig für einen Stadtteil, voller Leben zu sein, und das kann mit einer Mischung von Büros, Hotels und Wohnungen wie im ZIN erreicht werden.“

Für die diesjährige Auszeichnung hatte das Deutsche Architekturmuseum (DAM) aus mehr als 1.000 weltweit in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellten Hochhäusern zunächst 30 Gebäude aus zwölf Ländern nominiert. Als deutsches Projekt ging der Frankfurter Europa-Allee-Tower ins Rennen ( wir berichteten ).

Der Internationale Hochhaus Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben. Ausgezeichnet werden Gebäude mit einer Höhe von mindestens 100 Metern, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre fertiggestellt wurden.

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zuletzt editiert am 03. November 2026
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