Während laufender Sale-&-Leaseback-Transaktion stellt die Brüder Schlau Gruppe einen Insolvenzantrag – betroffen sind auch die Hammer-Märkte.
Die Brüder Schlau Unternehmensgruppe hat beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Der Schritt fällt in eine laufende Sale-&-Leaseback-Transaktion, mit der der Konzern seine Immobilienverwertung vorantreiben wollte. Ziel war es, Liquidität zu generieren und gleichzeitig als Mieter in den Objekten zu bleiben.
Die Gruppe, bekannt vor allem durch die Handelskette Hammer, betreibt rund 200 Standorte bundesweit und beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeitende. Wie das Unternehmen mitteilt, sei der Geschäftsbetrieb trotz Insolvenzantrag sichergestellt – sämtliche Märkte blieben geöffnet. Das Unternehmen begründet die Maßnahme mit anhaltendem Konsumrückgang, steigenden Kosten und negativen Effekten der Inflation auf das Kundenverhalten.
Besonders brisant: Der Insolvenzantrag wurde parallel zur Vermarktung eines umfangreichen Immobilienportfolios gestellt. Im Zentrum der Transaktion stand ein Sale-&-Leaseback-Ansatz, bei dem Bestandsimmobilien an Investoren veräußert und direkt zurückgemietet werden sollten. In Branchenkreisen war von einem mittleren dreistelligen Millionenvolumen die Rede. Welche Auswirkungen das Verfahren nun auf die Transaktion hat, ist derzeit offen.
Zum vorläufigen Generalbevollmächtigten wurde der Restrukturierungsexperte Jan Opländer von der Kanzlei White & Case bestellt. Das Insolvenzgericht hat zudem Rechtsanwalt Jens Lieser als vorläufigen Sachwalter eingesetzt.
Die Brüder Schlau Gruppe zählt mit ihren Einzelhandelsmarken, insbesondere Hammer, zu den größten Akteuren im Segment Heimtextilien und Raumgestaltung in Deutschland. Neben dem stationären Handel betreibt das Unternehmen auch eine eigene Logistik- und Lieferstruktur sowie einen Onlinevertrieb.
