Ukrainische Flaggen wehen vor dem Berliner Fernsehturm
Ein Ergebnis der Umfrage: Der Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland wird durch die Folgen des Krieges sowie der Sanktionen nach Einschätzung der Befragten kaum negativ beeinflusst. (Quelle: Pixabay)

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13. April 2022 | Teilen auf:

Branchenprofis erwarten Belastungen durch Ukraine-Krieg

Die Berlin Hyp hat für ihren Trendbarometer 240 Branchenvertreter zu den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf den deutschen Immobilienmarkt befragt. Die Umfrageteilnehmer erwarten keinen umfassenden Einbruch, sondern "moderat negative Auswirkungen".

Die Immobilienbranche geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine und die Wirtschaftssanktionen gegen die Russische Föderation sich auch negativ auf den Immobilienmarkt in Deutschland auswirken. Insbesondere höhere Energie- und Materialpreise sowie eine mögliche Materialknappheit werden als wesentliche mögliche Belastungsfaktoren gesehen. Insgesamt erwarten die Immobilienprofis aber überwiegend geringe bis moderate negative Folgen. Die Rolle deutscher Immobilien als „sicherer Hafen“ am Investmentmarkt sieht die Branche eher bestätigt. Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Umfrage der Berlin Hyp im Rahmen einer Sonderausgabe ihres Immobilien-Trendbarometers.

Drei Viertel der Befragten erwarten, dass der Krieg und die in der Folge erlassenen Sanktionen gegen Russland negative Auswirkungen auf den Immobilienmarkt in Deutschland haben werden. Die Mehrheit (51 % aller Befragten) geht aber von moderaten oder „eher negativen“ Folgen aus. Große oder gar schwerste Belastungen erwarten demnach 21 Prozent. Genauso hoch liegt der Anteil derer, die keine oder kaum Auswirkungen sehen.

Keine Existenzgefahr für Immobilienunternehmen

Befragt nach den wesentlichen Belastungsfaktoren, die sich aus dem Krieg und den Sanktionen für den Immobilienmarkt in Deutschland ergeben, nennen die Branchenvertreter insbesondere die Preissteigerungen für Energie (durchschnittliche Bewertung von 3,9 auf einer Skala von 0 bis 5), und Material (3,67) sowie eine mögliche Materialknappheit aufgrund gestörter Lieferketten (3,28). Eine Gefahr für die Existenz vieler Immobilienunternehmen leitet die große Mehrheit der Befragten aus diesen Entwicklungen allerdings nicht ab.

Kostensteigerungen beim Betrieb sowie beim Bau von Gebäuden werden auch bei der Frage nach den Folgen eines möglichen Stopps russischer Erdgaslieferungen nach Deutschland am häufigsten genannt. Knapp ein Drittel hält als Konsequenz Verzögerungen oder gar den Stillstand von Bauprojekten für möglich, während das Risiko von Schäden an der Infrastruktur oder an Gebäuden aufgrund einer fehlenden Versorgung mit Erdgas nur von einer kleinen Minderheit genannt wird.

Deutsche Immobilien bleiben "sicherer Hafen"

Der Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland wird durch die Folgen des Krieges sowie der Sanktionen nach Einschätzung der Befragten kaum negativ beeinflusst. Vielmehr äußern vier von zehn Befragten eine starke bis vollumfängliche Zustimmung zur Aussage, dass in den Augen internationaler Investoren deutsche Immobilien als „sicherer Hafen“ durch die jüngsten Entwicklungen nicht an Attraktivität einbüßen. Dass ein Wegfall russischer Investoren als mögliche Käufer zu schweren Verwerfungen am Immobilienmarkt in Deutschland führt oder sich internationale Investoren aus Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts vom deutschen Markt abwenden könnten, hält die große Mehrheit für kein wahrscheinliches Szenario.

An der Online-Umfrage der Berlin Hyp haben im Zeitraum von 4. bis 7. April 2022 insgesamt rund 240 Vertreter der Immobilienbranche teilgenommen. Für jeden ausgefüllten Fragebogen spendet die Bank 25 Euro zur Unterstützung einer Berliner Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine.

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zuletzt editiert am 13.04.2022