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Bilfinger wendet sich vom Immobiliengeschäft ab. Zukünftig will der Konzern als Industriedienstleister wachsen - auch durch Zukäufe (Bild: Bilfinger)

Management 2016-06-03T00:00:00Z Bilfinger verkauft Immobiliengeschäft an EQT

Jones Lang LaSalle und KKR gehen leer aus. EQT will die Sparte auch durch Zukäufe zum Marktführer für Immobiliendienstleistungen in Europa machen. Bilfinger will den Verkaufserlös für Zukäufe im Industriegeschäft nutzen.

Die schwedische Private-Equity-Gesellschaft EQT hat nach der Übernahme der Bau- und Immobiliensparte von Bilfinger ehrgeizige Ziele verkündet. "EQT möchte den eurpäischen Marktführer im Immobiliendienstleistungssektor schaffen", erklärte Dr. Andreas Aschenbrenner, Partner bei EQT und Investment Advisor für den Fonds EQT VII. Der hatte gestern den Zuschlag für die lukrative Bilfinger-Sparte bekommen und zahlt dafür in mehreren Tranchen rund 1,2 Milliarden Euro. Mitbewerber wie Jones Lang LaSalle oder der Finanzinvestor KKR gingen leer aus.

Zukäufe geplant
Building and Facility, so der ursprüngliche Bilfinger-Name für das Geschäftsfeld, sei bereits heute die Nummer eins der integrierten Real-Estate-Services-Anbieter im deutschsprachigen Raum mit starker Präsenz auch in Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Polen und der Türkei, heißt es von EQT. „Geplant ist, die bestehende starke Plattform auszubauen und in Europa sowohl organisch als auch durch Akquisitionen schneller als der Markt zu wachsen", erklärte Aschenbrenner.

Dass EQT ehrgeizige Ziele auch tatsächlich erreichen kann, haben die Schweden bereits bewiesen. Nach der Übernahme des dänischen FM-Spezialisten ISS wuchs dieser innerhalb von zehn Jahren zum global Player mit rund einer halben Millionen Mitarbeiter an.

Bilfinger trennt sich mit dem Deal von seinen historischen Wurzeln - und von 40 Prozent seines Umsatzes. Übrig bleibt das Geschäft als Industriedienstleister, das Bilfinger nun auch durch Zukäufe weiter ausbauen möchte. Das Bilfinger-Management der betroffenen Bau- und Immobilien-Divisionen bleibt übrigens an Bord.

Kaufpreis fließt in Häppchen
EQT zahlt den Kaufpreis nicht auf einen Schlag. Zunächst werden rund 900 Millionen Euro bezahlt, zwei weitere Tranchen werden erst bei Wiederveräußerung der Sparte fällig. 100 Millionen Euro stundet Bilfinger, sie werden am Ende mit zehn Prozent pro Jahr verzinst sein. Weitere 200 Millionen sind an ein Earn-out-Modell angelehnt, das Bilfinger auch weiter an die Entwicklung der verkauften Divisionen bindet.


zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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