Laut CBRE steigen Mieten und Nebenkosten weiter. Besonders in den Top-7-Städten bleibt das Kostenniveau hoch.
Die Wohnkosten in Deutschland steigen weiter. Neben höheren Mieten gewinnen dabei auch die Betriebskosten zunehmend an Bedeutung. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE hervor.
Im Durchschnitt der 20 größten Wohnungsmärkte Deutschlands legten die Medianmieten im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund vier Prozent zu. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Betriebskosten bundesweit auf 2,49 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent binnen zwölf Monaten.
In den sieben größten Städten Deutschlands lag das Niveau mit durchschnittlich 2,94 Euro pro Quadratmeter nochmals höher. München verzeichnete mit 3,47 Euro je Quadratmeter die höchsten Betriebskosten.
Nebenkosten bleiben auf hohem Niveau
Zwar hat sich der starke Anstieg der Nebenkosten aus den Jahren 2021 bis 2023 zuletzt abgeschwächt, das Kostenniveau bleibt laut CBRE jedoch hoch. Über die vergangenen fünf Jahre seien die Betriebskosten in den Top-20-Städten um rund 19,5 Prozent gestiegen und damit nahezu parallel zur allgemeinen Inflation verlaufen.
„Die Betriebskosten rücken stärker in den Fokus, da sie einen immer größeren Anteil an den gesamten Wohnkosten ausmachen“, sagt Michael Schlatterer, Managing Director Residential Valuation bei CBRE.
CBRE erwartet kurzfristig keine spürbare Entlastung am Mietwohnungsmarkt. „Auch die Betriebskosten dürften angesichts geopolitischer Risiken trotz zwischenzeitlicher Stabilisierung strukturell hoch bleiben“, erklärt Jirka Stachen, Head of Research Consulting Continental Europe bei CBRE.
Eigentumswohnungen stabilisieren sich
Nach Einschätzung von CBRE endet zugleich die Phase sinkender Angebotspreise für Eigentumswohnungen. In den 20 größten Wohnungsmärkten hätten sich die Preise weitgehend stabilisiert, in einzelnen Städten seien sie zuletzt wieder gestiegen.
Der durchschnittliche Median-Angebotspreis lag im ersten Quartal 2026 bei rund 4.200 Euro pro Quadratmeter und damit etwa drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Essen, Bonn und Dresden.
Am professionellen Wohninvestmentmarkt sieht CBRE weiterhin ein begrenztes Angebot. Hohe Baukosten und restriktive Finanzierungsbedingungen verhinderten trotz leicht steigender Baugenehmigungen eine deutliche Ausweitung des Wohnungsangebots. In vielen Großstädten lägen die Leerstandsquoten im marktfähigen Geschosswohnungsbau weiterhin unter zwei Prozent.
„Zugleich ist der Markt nach wie vor von einer gewissen Zurückhaltung geprägt, was vor allem auf hohe Finanzierungskosten und auseinanderliegende Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern zurückzuführen ist, was im ersten Quartal zu einem rückläufigen Transaktionsvolumen führte“, sagt Stefan Wilke, Head of Residential Investment Germany bei CBRE. „Dennoch sehen wir, dass Investoren wieder stärker prüfen und sich gezielt positionieren.“
