… eene Wolke.“ Denkste! Janz Berlin is een Truppenübungsplatz. Was ich meine? Von Anastasija Walcher-Radke
Meine Jugend habe ich in Sennelager verbracht, ich weiß also, was ein Truppenübungsplatz ist. Ein Truppenübungsplatz dient für Manöver, die den Ernstfall simulieren und auf ihn vorbereiten sollen. Übertragen auf die heutigen politischen Truppen und den Wohnungsmarkt in Berlin heißt das: Die Stadt ist zum wohnungspolitischen Bombodrom geworden.
Unausgereifte Ideen wie Mietendeckel, Mietpreisbremse bis hin zu Enteignung werden gedroppt, ohne Rücksicht auf Verluste. Nur um dem Bund mit drohender Faust zu zeigen, was alles geht!? Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Truppenübungsplatz und Berlin: In der Stadt leben echte Menschen, hier wird echtes Kapital vernichtet!
Quälend fruchtloser politischer Streit
Unendliche juristische Auseinandersetzungen, die nichts zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, verhindern eine konstruktive, nachhaltige Entwicklung. Statt neue Wohnungen zu bauen, werden vorhandene ebenso wie das Investitionsklima zerstört. Falsche Politik plündert die Stadt und beraubt sie ihrer Zukunft.
Der Traum der Pseudo-Klassenkämpfer (gerne mal aus Westend mit Aktiendepot der Eltern) von Enteignung zeigt das: Die daraus resultierenden Entschädigungszahlungen in Höhe von zweistelligen Milliarden Euro wird die Stadt in ihrer Entwicklung um Jahrzehnte zurückwerfen. Damit gäbe es keine einzige Wohnung mehr, das Geld würde zudem für wichtige infrastrukturelle Maßnahmen fehlen. Nicht zuletzt verlässt dann auch das letzte private Kapital die Stadt. Zurück bleibt ein Truppenübungsplatz, auf dem kein Grashalm wächst.
Lösungen für Menschen statt politischer Grabenkämpfe
Wo es stattdessen langgehen sollte, zeigt das Entwicklungsfeld Knorr-Bremse-Areal in Berlin-Marzahn. Dort entwickelt ein landeseigenes Unternehmen mehr als 1.000 Wohnungen im Rahmen eines neuen Stadtquartiers, mehr als 50 Prozent davon sozial gefördert.
Auch das Quartier „Marienhöfe“ in Tempelhof geht mit rund 900 neuen Wohnungen, frei finanzierte, geförderte und seniorengerechte Einheiten, in eine vernünftige Richtung. Hier hat der Bezirksbürgermeister private Kapitalgeber zusammengebracht und bewiesen, dass und wie Politik die Privatwirtschaft dabei unterstützen kann, neue Wohnungen für alle zu bauen.
Beschleunigte B-Pläne, die sehnlichst erwartete Verwaltungsreform und einfach mal die Fachleute arbeiten lassen. Das Problem dabei: Die meisten Wähler:innen wissen teilweise nicht genug über die Konsequenzen ihres Handelns. Hier tut Aufklärung Not. Denn Pseudo-Klassenkämpfer haben im Berlin von heute nichts zu suchen.
Berlin hat mehr verdient, als ein Trümmerhaufen zu sein. Berlin hat es verdient, eine erwachsene, verantwortungsvolle, europäische Hauptstadt zu sein mit einem Bild nach außen, das jenseits der Provinz ist, das jenseitig des kleingeistigen Klassenkampfes ist. Jenseits des ewig Gestrigen, ein Bild das in die Zukunft scheint, denn Nostalgie ist keine Strategie. Und wenn zum Erwachsenwerden Berlins leise Techno im Hintergrund läuft, soll uns das allen recht sein und uns erfreuen.
Ein Beitrag von Anastasija Walcher-Radke, geschäftsführende Gesellschafterin KVL Group.
