Iris Schöberl beim Tag der Immobilienwirtschaft 2024
ZIA-Präsidentin Iris Schöberl beim Tag der Immobilienwirtschaft 2024. (Quelle: ZIA/Harry Schnitger)

Standorte & Märkte 2025-01-17T08:19:28.357Z „Deutschland muss endlich die Kurve kriegen“

Die Baugenehmigungen für Wohnungen sind bis November 2024 um 18,9 Prozent zurückgegangen. Der ZIA fordert sofortige Maßnahmen der Politik.

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist weiter gesunken. Im November 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 17.900 Wohnungen genehmigt – 13 Prozent weniger als im November 2023. Im Zeitraum von Januar bis November 2024 gab es insgesamt 193.700 Baugenehmigungen, ein Rückgang von 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen waren Neubauten: Die Genehmigungen für Einfamilienhäuser gingen um 22,1 Prozent, für Zweifamilienhäuser um 12,7 Prozent und für Mehrfamilienhäuser um 22,4 Prozent zurück.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) reagiert alarmiert auf die Zahlen. „Die Entwicklung ist so ernst, dass starke Antworten auf den Wohnungsmangel zwingend ins 100-Tage-Programm der künftigen Regierung gehören“, sagt ZIA-Präsidentin Iris Schöberl. Sie betont: „Wir haben uns ja fast schon daran gewöhnt, dass Monat für Monat bittere Nachrichten aus Wiesbaden kommen. Genau daran aber dürfen wir uns nicht gewöhnen. (...) Es reicht nicht, Regulierungswut und Bürokratie-Wust zu beklagen, sondern Deutschland muss endlich die Kurve kriegen.“

Der ZIA fordert umfassende Reformen, darunter:

  • Sonderregelungen im Baugesetzbuch: Eine Erweiterung von § 246 BauGB auf den allgemeinen Wohnungsbau, um Genehmigungen zu beschleunigen.
  • Einführung des Gebäudetyps E: Ein einfaches und standardisiertes Bauen soll möglich werden.
  • Überarbeitung der Lärmschutz-Auflagen: Um Wohnungsbau in gemischt genutzten Quartieren zu erleichtern.
  • Förderung von Mitarbeiterwohnungen: Der Verband sieht hier großes Potenzial, insbesondere in Ballungsräumen.

„Die Vorschläge liegen auf dem Tisch“, so Schöberl. Die Politik müsse diese zügig aufgreifen, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Laut ZIA fehlen aktuell rund 600.000 Wohnungen in Deutschland – eine Zahl, die ohne politische Maßnahmen bis 2027 auf 830.000 anwachsen könnte.

Die anhaltend niedrigen Genehmigungszahlen zeigen zudem, dass das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 Wohnungen zu schaffen, deutlich verfehlt wird.

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zuletzt editiert am 17. Januar 2025
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