Ein Plus von 12,5 Prozent im November 2025 zeigt Aufwärtstendenzen im Wohnungsbau – doch ohne Reformen droht laut ZIA das Momentum zu verpuffen.
Die Zahl der Baugenehmigungen ist im November 2025 spürbar gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden deutschlandweit 20.100 Wohnungen genehmigt – 12,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein Aufwärtstrend: Zwischen Januar und November 2025 wurden insgesamt 215.500 Wohnungen genehmigt, was einem Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Der Anstieg betrifft vor allem Ein- und Mehrfamilienhäuser:
- +17,0 % bei Einfamilienhäusern
- +13,5 % bei Mehrfamilienhäusern
- -1,6 % bei Zweifamilienhäusern
Im Neubau genehmigten die Bauämter insgesamt 175.200 Wohnungen (+13,9 %). Weitere 36.800 Wohnungen wurden im Bestand durch Umbau genehmigt – ein Anstieg um 3,1 Prozent.
ZIA: 2026 wird Lackmustest für die Politik
Trotz des positiven Signals warnt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) vor zu viel Optimismus. „Die Zahlen sind ermutigend – aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin dringend strukturelle Erleichterungen brauchen“, sagt ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.
Aus Sicht des Verbands müsse 2026 zum „Lackmustest für den Reformwillen der Bundesregierung“ werden. Konkret fordert der ZIA:
- eine klare und haftungssichere Ausgestaltung des Gebäudetyps E als kostenoptimierten Standard,
- eine mutige Novelle des Baugesetzbuchs,
- schnellere digitale Genehmigungsverfahren,
- sowie zielgerichtete Förderprogramme, insbesondere für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.
Mit Blick auf das Klimaschutzprogramm 2026 betont Özkan, dass bezahlbarer Wohnraum, Energieeffizienz und CO₂-Reduktion nur gemeinsam gedacht werden können. „Förderprogramme müssen auch Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen erreichen, und Investitionen sollten vorrangig in energetisch besonders schlechte Gebäude fließen.“ Langfristig brauche der Gebäudesektor stabile Rahmenbedingungen, klare Prioritäten und gesellschaftliche Akzeptanz.
