238.500 genehmigte Wohnungen im Jahr 2025. Verbände sehen Stabilisierung, verweisen jedoch auf anhaltende Wohnraumlücken und strukturelle Hürden.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 238.500 Wohnungen genehmigt. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl damit um 10,8 Prozent beziehungsweise 23.200 Einheiten gegenüber 2024. Erstmals seit 2021 wurde wieder ein Anstieg registriert. Die Genehmigungszahlen gelten als Frühindikator für die künftige Bauaktivität.
Neubau trägt den Anstieg
Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen erhöhte sich um 12,6 Prozent auf 198.100 Einheiten. Deutlich schwächer fiel der Zuwachs bei Wohnungen aus, die durch Umbaumaßnahmen entstehen (+2,7 Prozent auf 40.400). In neu errichteten Wohngebäuden wurden insgesamt 194.200 Wohnungen genehmigt (+13,2 Prozent).
Bei den Gebäudearten zeigten sich Unterschiede: Die Genehmigungen für Einfamilienhäuser stiegen um 17,2 Prozent auf 44.500. Zweifamilienhäuser verharrten mit 12.600 Wohnungen auf niedrigem Niveau. In Mehrfamilienhäusern – der wichtigsten Kategorie für den Mietwohnungsmarkt – wurden 128.100 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 12,1 Prozent.
Verbände mahnen strukturelle Reformen an
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) bewertet die Entwicklung als positives Signal, sieht jedoch weiterhin eine erhebliche Unterdeckung. ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan betont: „Die Zahlen sind ermutigend – aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen.“
Der Verband verweist auf eine wachsende Wohnraumlücke und fordert unter anderem vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren, steuerliche Anreize sowie Erleichterungen bei Umnutzungen.
„In Baugenehmigungen kann man nicht wohnen“
Auch der Immobilienverband Deutschland (IVD) warnt vor einer Überinterpretation der Zahlen. IVD-Präsident Dirk Wohltorf erklärte: „Der leicht steigende Trend bei den genehmigten Bauanträgen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil der Vorhaben sich verzögern oder gar nicht realisiert wird. Und in Baugenehmigungen kann man nicht wohnen.“
Als zentrale Hemmnisse nennt der IVD unter anderem hohe Eigenkapitalanforderungen, regulatorische Vorgaben und steuerliche Belastungen.
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW spricht von einem wichtigen Signal. GdW-Präsident Axel Gedaschko erklärte: „Nach den massiven Einbrüchen der vergangenen Jahre ist das ein positives Zeichen. Der Abwärtstrend ist gestoppt, es zeichnet sich eine Stabilisierung ab. (...) Aber sie reicht noch nicht aus, um die strukturelle Wohnraumlücke zu schließen.“
Zugleich verweist der Verband auf weiterhin anspruchsvolle Rahmenbedingungen, insbesondere hohe Baukosten und Finanzierungsvorbehalte bei Projekten.
Rückgang bei Nichtwohngebäuden
Im Segment der Nichtwohngebäude blieb die Entwicklung rückläufig. Der umbaute Raum genehmigter Nichtwohngebäude sank 2025 um 5,2 Prozent auf 183,1 Millionen Kubikmeter. Rückgänge verzeichneten unter anderem Warenlager-, Fabrik- und Anstaltsgebäude.
Die tatsächliche Bauaktivität wird sich erst mit den Baufertigstellungen belastbar beurteilen lassen. Die entsprechenden Zahlen für 2025 will das Statistische Bundesamt im Mai 2026 vorlegen.
